Ich hatte es gelöscht, stelle es hier wieder rein ...

Mirko2, Mittwoch, 19.04.2023, 12:57 (vor 1048 Tagen) @ Ankawor7988 Views

Sollte die Frequenz zum Beispiel auf 50,2 Hz steigen, schalten sich sehr viele kleinere Erzeugungsanlagen (z.B. Fotovoltaik-Anlagen) zeitgleich ab (sogenanntes 50,2 Hz-Problem), dadurch könnte es zu einem großräumigen Ausfall des Stromnetzes kommen, einem sogenannten Blackout.

https://www.bdew.de/energie/systemstabilitaetsverordnung/502-hertz-problem/

Das 50,2-Herz-Problem hat man gelöst, indem die Wechselrichter nicht mehr so hart abschalten. Neulich wurde in meiner Straße gebaut und der Energieversorger hat so weit die Netzfrequenz gespielt, dass sich die vielen Wechselrichter nach und nach in meiner Gegend abgeschaltet haben, danach wurde das Wohngebiet "Stromlos geschaltet"


Der Energiearbeiter meine nur, dass er sich Sorgen macht über das Netz, was nicht in der Geschwindigkeit ausgebaut wird, wie all diese Privatanlagen. Er meinte weiter, dass viele Einfamilienhäuser soviel Leistung installiert haben, weit mehr als dass sie jemals selber entnommen haben.

Die Koppelstellen an den Grenzen wären deutlich überbelastet, in beide Richtungen zu einem mit deutschem Öko-Strom und auf der anderen Seite mit der angeforderten Leistung, die Deutschland anfordert.


Was er meinte, steht auch hier:


Das Ziel ist halt eine flexiblere Nutzung dieser Regeltechnik, so wie
das in der Solarenergie bereits gemacht wird. Also nicht nur Vollast
oder Aus, sondern den Anlagen wird eine bestimmte Leistungsabsenkung
vorgegeben, oder daß sie x Prozent Blindleistung fahren sollen. Das ist
heute noch oftmals nur abgestuft möglich (z.B. Leistungsabsenkung in
20%-Schritten bei großen Solarparks), wird aber irgendwann stufenlos
sein.

Das Problem ist halt, dass man ein Stromversorgungsnetz nicht nur mit
Last überlasten kann, sondern auch durch Erzeugung. Der Leitung ist egal
in welche Richtung die Ampere fließen - werden's zu viel, wird sie heiß.

Ich sag das auch immer wieder weil ich in der Region wohne: Vattenknall
in diesem Falle hat diese Entwicklung nicht vorhergesehen, als die nach
der Wende das ostdeutsche Hoch- und Höchstspannungsnetz übernommen
haben. Da wurde vor allem das 110kV-Netz massiv ausgedünnt, um schlanker
zu werden und mehr Gewinn einzustreichen. Es gibt heute keine
110kV-Verbindungen zwischen Berlin und Brandenburg mehr. Als Folge davon
staut sich der in der Region regenerativ erzeugte Strom auf der
110kV-Ebene vor den großen Umspannwerken Neuenhagen und Wustermark
(Thyrow im Süden hat nicht so viel Leistung weil es nicht an die
380kV-Transversale angebunden ist, welche die meisten innerstädtischen
Gebiete speist). Um diese 110kV-Leitungen nun nicht zu überfordern
mussten Wind- und Solarparks oft komplett abgeschaltet werden. Etwas
besser geworden ist's durch den Neubau eines Umspannwerks bei
Fürstenwalde, welches über ein Erdkabel 300MVA oder so vom Solarpark
Neuhardenberg aufnehmen kann. Diese Leitung (Neuenhagen-Letschin) war
die am stärksten überlastete Leitung, vor allem weil eine parallele
Verbindung über Bad Freienwalde nach Neuenhagen nach der Wende abgebaut
wurde. Jetzt ist die Uckermarktleitung bei starker regenerativer
Einspeisung das größere Sorgenkind. Das ist eine 220kV-Verbindung von
Neuenhagen hoch nach Pasewalk. In diese Leitung speist unter anderem der
Energie-Komplex Bertikow ein, wodurch der Abschnitt Bertikow/Vierraden
(bei Schwedt) bis Neuenhagen regelmäßig an seine Leistungsgrenze kommt.
Von Vierraden führt eine Kuppelleitung nach Polen (Gryfino) und die
Polen regen sich seit Jahren darüber auf, daß sich deutscher Strom von
dort übers polnische Netz (welches schon immer nicht auf hohe
Transportkapazitäten ausgelegt war) ausbreitet. Seit 10 Jahren will man
diese Leitung auf 380kV ausbauen, scheitert aber immer wieder aus
gerechnet an sowas wie Öko-Aktivisten.

Nur bei einer Leitung war Vattenknall schlauer, und das ist die
380kV-Leitung Lubmin-Neuenhagen. In Lubmin stand das recht
leistungsstarke AKW Greifswald. Nach dessen Abschaltung unmittelbar nach
der Wende, wurde diese Leitung abgeschaltet (sogar komplett abgeklemmt),
aber glücklicherweise nicht abgebaut. Heute fließen darüber viele
hundert Megawatt regenerativer Strom vom Norden nach Berlin, Windstrom
aus der Ostsee und von gleich drei neuen Umspannwerken (Altentreptow
Nord, Altentreptow Süd und Badingen) aus den nördlichen Regionen.

Quelle: https://www.mikrocontroller.net/topic/516985


Ich bin der Meinung, hier will man mit Macht ein Feuer löschen und nimmt dazu in der Mitte der jeweiligen Enden ein Gartenschlauch. Wie das Netz zu kämpfen hat, siehe: https://gridradar.net/de/netzfrequenz

Gruß Mirko


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