Das werden die Laubenpieper aber ganz anders sehen als Du. Du siehst Fairness, ich eine Katastrophe vor den Toren.
Gesellschaftlich gesehen halte ich Grundsteuer für wichtig, da es den Besitzer zweimal überlegen lässt, ob er die Fläche sinnvoll nutzen kann, was das Angebot für später geborene etwas verbessern könnte, die darauf angewiesen sind, dass ein schon länger dagewesener ihnen ein Stück überlässt. Gerade weil viele Immobilien schlicht ungenutzt sind und gehortet werden. Um das ganze fair zu machen sollte es jedoch einen pro-Kopf Freibetrag für angemessenes Wohnen geben, um niemanden mit niedrigem Einkommen unnötig zu belasten. In der derzeitigen Ausgestaltung werden die Grundsteuern ja eh nur auf Mieter umgelegt, somit ist kaum Steuerwirkung da. Auch die unnötig starren Bodenrichtwerte sorgen für ungleich verteilte Belastungen.
Ich selber halte Ausschau nach günstigen Immobilien, jedoch ist mir der gesamte Immobilienmarkt viel zu heiß um dort groß einzusteigen. Vor allem: Wer ein Haus hat kann geschröpft werden, denn man kann ja nicht einfach davon laufen. Egal ob Steuererhöhung, Anliegerumlagen, Modernisierungszwänge, Energieverteuerung, ... Die so sicher geglaubte Altersvorsorge ist dann schnell essig. Auch die Nebenkosten für Grunderwerb finde ich unverschämt und eine unangemessen große Hürde für viele Bürger. Durch unnötige Bauauflagen werden zu allem Übel auch noch viel eher neue Luxuswohnungen gebaut statt bezahlbare Behausungen. Deswegen boykottiere ich den ganzen Irrsinn. Doch wohnen muss jeder. Es gibt viel Reformbedarf.
Hi @Echo,
hoffe, ich irre mich mit meiner Erwartung einer "Katastrophe" für die kleinen Grundstückseigentümer.
Habe Deine Sozialromantik absolut verstanden, aber die Praxis ist oft unerwartet anders (siehe real existierender Sozialismus - war eine "faire" Idee gewesen, eigentlich).
Vermutlich wird meine Familie auch betroffen sein von Deiner großzügigen Sichtweise.
Wir haben ja Gartenland mit Laube. Und ich finde es fair, dass ich dafür weniger Grundsteuer zahlen muss, als außerdem gezahlt werden muss durch mich (anteilig) in meiner Mietwohnung in der Innenstadt Magdeburgs, da wohnen die Familien in unserem Haus ja nicht ohne Grund übereinander. Das war OK so, finde ich. Das wird nun geändert werden, das ist nicht OK, finde ich und Du begrüßt das. Entweder ich habe keine Ahnung oder Du hast keine.
Im Garten macht das keinen Sinn, übereinander zu wohnen, außer für diese Spinner, welche an 'vertikale Landwirtschaft in Hochhäusern" mit LED-Lampen und Nährlösungen glauben. Tipp: Ausnahmen bestätigen die Regel: Das funktioniert durchaus, bei entsprechenden Erträgen/Erlösen, wie etwa bei der illegalen Rauschmittelproduktion.
Deshalb ist für Gartenland-Nutzung auch nicht so viel Steuer fällig, --> Kategorie A. Kein Wohngrundstück.
Das willst Du ändern?
Wenn ich das richtig lese im Internet (ich lasse es auf mich zu kommen, was soll ich machen!), haben die vor, uns Laubenpieper das Fell über die Ohren zu ziehen.
Wir werden nach der von Dir begrüßten Änderung für das Gartengrundstück wie für Wohnbebauung zahlen. Sollen die gleiche Steuer bezahlen, welche mein Vermieter beispielsweise auf die Bewohner des 14-Geschossers umlegen können wird. Heißt für unseren Garten: Kategorie B, Wohngrundstück!
Deswegen die Befliegungen der letzten Jahre und die Post vom Vermessungsamt, doch mal die fotografierten Sachen zu erläutern.
Knackpunkt: Hast Du eine Laube größer als 24 qm Dachfläche im Garten, zahlst Du zukünftig Grundsteuer wie für ein Wohnhaus, für die gesamte Gartenfläche. Ist das nach Deinen Worten etwa "fair"?
Dürfen zahlen, aber nicht drin wohnen in der Laube, weil die Klimabekämpfung nicht entsprechend Klimabekämpfungsgesetzgebungen befriedigt wird: Laube hat ja zu wenig Dämmung usw.
Oder zu geringe Deckenhöhe.
Oder zu schmaler Weg, oder keine Parkmöglichkeiten für die Autos.
Alle diese Vorschriften für Wohnhäuser gelten ja auch für Lauben (Energie-Einsparverordnung EnEV ist für alle Teile der Laube dann zu beachten usw. usf.).
Gesetztlich wird dort das Bewohnen verboten, zahlen dafür darf ich zukünftig durchaus wie für ein Wohngrundstück! Ganz schön großzügig von Dir, "das ganze fair zu machen".
Ich sehe nur den Versuch des Staates, ein Pfand für die explodierenden Geldmengen - mir! - abzupressen.
????
Ich erinnere mich an das Gezeter der Rucksackberliner damals nach der Wende, ich meine die mit ihren DDR-Bungalows und Garagen, nach neuem BRD-Recht. Das war noch harmlos gegen das, was jetzt kommt.
Bin ja mal gespannt, wie die illegal in Lauben hausenden Magdeburger demnächst reagieren werden, es gibt solche Leute hier, die in Gartenlauben illegal wohnen, weil billiger.
Oder auch nur solche wie ich, Freizeit-Gärtner und Basteleien nach Feierabend, übers Wochenende nach Grillen übernachten ... Wohnadresse ist eine andere.
Meldeadresse nützt uns dann nichts mehr.
Wir werden überlegen, es vernünftiger Weise abzustoßen, da bei Freizeit- und Wochenendgrundstücken es sich nach Deiner neuen Sichtweise um Grundvermögen handelt, welches dementsprechend bewertet werden soll, zukünftig als ein "Wohngrundstück" offiziell (aber nicht wirklich zum Wohnen erlaubt - steuerlich aber doch zu bezahlen ist?!).
War es das, was Du meintest mit "schlicht ungenutzt sind und gehortet"? Willst Du das?
Meine Prognose: Nun wird so was fluchtartig verscheuert werden, und VONOVIA et al haben billiges Bauland? Nach Deinen Worten endlich die "Fläche sinnvoll nutzen"?
Stimmt, da hast Du Recht: "was das Angebot für später geborene etwas verbessern könnte, die darauf angewiesen sind, dass ein schon länger dagewesener ihnen ein Stück überlässt."
Pass bloß auf, dass der Gesetzgeber bei Dir nicht was findet "was das Angebot für später geborene etwas verbessern könnte, die darauf angewiesen sind, dass ein schon länger dagewesener ihnen ein Stück überlässt." Wie wäre es zukünftig etwa mit der bald knappen Nahrung, mit Deiner Argumentation hungerst Du doch gern für geflüchtete junge Männer beispielsweise?
Klasse, diese Methode der Enteignung der kleine Leute per Gesetz, zugunsten der Pfeffersäcke. Das hieß früher mal "Bauernlegen". Nüscht Neues unter der Sonne, nur, dass damals die Bauern das nicht begrüßt haben wie Du heute. Oder gehörst Du nicht zu den "Bauern" wie ich?
Kopfschüttelnd wieder mal.
H.
PS: So gesehen, finde ich die hier geäußerten Phantasien, dass demnächst viele Grundstücke saubillig auf den Markt geschleudert werden dürften, plausibel.