Die Ansprüche sind wechselseitig

Manuel H., Dienstag, 02.08.2022, 18:05 (vor 11 Tagen) @ mh-ing1997 Views

Taiwan, richtiger die Republik von China (ROC), saß im Sicherheitsrat der UNO. Die Republik hatte den Anspruch, ganz China zu vertreten und hielt die Putsch-Regierung von Mao für illegitim. Das war auch weltweiter Konsens.

Die Hauptstadt Koreas ist im übrigen für die Nordkoreaner nach wie vor Seoul, nicht Pyongyang, denn auch Nordkorea behauptet den Alleinvertretungsanspruch über ganz Korea.

Auch Bonn war nie Hauptstadt, sondern ein Provisorium bis zur Wiedervereinigung des drei (!) geteilten Deutschlands. Westdeutschland, Mitteldeutschland und die unter sowjetischer und polnischer Verwaltung stehenden östlichen Landesteile Deutschlands.

Sowohl ROC als auch VR China sind sich einig, dass China vereint gehört.

Verraten hat der Westen allerdings die rechtmäßige Regierung Chinas, die nach Formosa geflüchtet war, zugunsten einer maoistischen Putsch-Regierung ohne Legitimation.

Ganz schräg ist es, wenn der Westen nun sowohl die jahrzehntelange Doktrin der ROC wie der kommunistischen Putschisten (China ist EIN ungeteiltes Land) über Bord wirft und eine von beiden eigentlich nicht gewollte Sezession der Insel vom Festland das Wort redet.

Im übrigen gab es vor dem Bevölkerungsaustausch dort durch Han-Festland-Chinesen erst eine genozidal vernichtete Bevölkerungsmehrheit von indigenen Taiwanesen, dann eine Bevölkerungsmehrheit durch Japaner, erst sehr spät wurde die Insel Taiwan von Chinesen majorisiert (erst durch Kulis in Folge des Arbeitskräftemangels durch die japanische Industralisierung der Insel, dann durch die Exilanten, die den Putschisten unterlagen.)


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