Kollaps: Endstation Kapitalismus, ökosozialer Umbau, Ökofaschismus, Teil 3 von 3

nereus, Montag, 01.08.2022, 12:59 (vor 17 Tagen) @ nereus1696 Views

6. Was denkt der normale Mensch über den Kollaps?

Der Zusammenbruch ruft eine Vielzahl von Reaktionen hervor.
Eine davon ist ganz einfach die Unwissenheit, die durch den von den großen Unternehmen propagierten Negationismus in Bezug auf den Klimawandel oder die Erschöpfung des Erdöls hervorgerufen wird.

Eine zweite Reaktion entspringt einem ungebremsten Optimismus, der sich in einem blinden Glauben an das ausdrückt, was wir uns wünschen, dass es Wirklichkeit wird, in der Intuition, dass die Veränderungen langsam, vorhersehbar und überschaubar sein werden, in der Gewissheit, dass wir noch Zeit haben, oder schließlich in einem Vertrauen in diejenigen, die uns regieren.

Eine dritte Position ist die derjenigen, die glauben, dass unweigerlich Technologien auftauchen werden, mit denen sich alle unsere Probleme lösen lassen.

In einer vierten Kategorie gibt es diejenigen, die es vorziehen, auf das carpe diem zurückzugreifen, den Tag zu nutzen, und die in der Tat der Meinung sind, dass man sich nur mit dem befassen sollte, was unmittelbar gegenwärtig und am nächsten ist.

Es gibt diejenigen, die sich das Konzept der Schuld zu eigen machen und argumentieren, dass die menschliche Spezies, auch wenn sie nicht verpflichtet ist, die Probleme zu lösen, die andere geschaffen haben, sich durch ihr Verhalten dennoch einer sehr harten Strafe würdig gemacht hat.

In der gleichen Reihenfolge hat Elisabeth Kubler-Ross fünf Stadien bei der Verarbeitung des Zusammenbruchs identifiziert:
Negation, Angst, Anpassung, Depression und Akzeptanz.

Hinter vielen der genannten Reaktionen steht bei einem großen Teil der Bevölkerung des reichen Nordens ohnehin das Ziel, nicht auf die bisherige Lebensweise zu verzichten und das derzeitige Konsumniveau und den sozialen Status zu erhalten.
Offensichtlich ist auch die Weigerung, an künftige Generationen und an die anderen Arten, die uns auf dieser Erde begleiten, zu denken.

7. Dem Zusammenbruch entgehen?

Der Kapitalismus ist ein System, das in der Vergangenheit eine beeindruckende Anpassungsfähigkeit an die unterschiedlichsten Herausforderungen bewiesen hat.
Die große Frage ist heute, ob er sich, getrieben von einem unkontrollierbaren Drang zur spektakulären Anhäufung von Gewinnen in kürzester Zeit, nicht sein eigenes Grab schaufelt, natürlich mit der erschwerenden Folge, daß wir uns auch im Grab wiederfinden werden.

Vor der Gefahr eines drohenden Zusammenbruchs gibt es in der Welt der Alternativen im Wesentlichen zwei Antworten.
Während die erste davon ausgeht, daß es keinen anderen Horizont gibt als den des Abwartens des Zusammenbruchs - dies ist der einzige Weg, der es der Mehrheit der Menschen erlaubt, ihre Verpflichtungen zu begreifen -, ist die zweite der Ansicht, daß ein dringender Ausstieg aus dem Kapitalismus notwendig ist, und in dieser Hinsicht liegt es vorläufig in unserer Reichweite, autonome, selbstverwaltete, entkommodifizierte und hoffentlich entpatriarchalisierte Räume zu eröffnen, ihren Zusammenschluss zu fördern und ihre Dimension der Konfrontation mit dem Kapital und dem Staat zu erhöhen.

Während die einen glauben, daß diese Räume uns nicht helfen werden, dem Zusammenbruch zu entgehen, sind andere der Meinung, daß es besser ist, sie als Schulen zu betrachten, die uns auf das Überleben im Szenario nach dem Zusammenbruch vorbereiten.

Am wahrscheinlichsten ist jedenfalls, daß wir den Zusammenbruch nicht vermeiden können:
Was in unserer Reichweite liegt, ist vielmehr, seine Manifestation etwas hinauszuschieben und vielleicht einige seiner negativeren Dimensionen abzumildern.
Es scheint ohnehin offensichtlich, daß es keinen ernsthaften Grund gibt, unsere Hoffnung auf die Institutionen des Systems zu setzen, die privaten Interessen unterworfen, hierarchisiert, militarisiert und auf abwegige Weise blind für alles außer der Kurzfristigkeit sind.

Eine der größten Strategien des heutigen Kapitalismus ist die enorme Geschicklichkeit, die das System an den Tag legt, wenn es uns dazu bringt, die wichtigen Fragen zu vermeiden.
Die Hauptanstrengung des heutigen Kapitalismus besteht in der verzweifelten Suche nach Primärressourcen und Technologien, die es uns ermöglichen, das zu bewahren, worüber wir heute verfügen, ohne daß wir uns die wichtigste Frage stellen können:
Ist es wirklich in unserem Interesse, das zu erhalten, worauf wir heute zählen, oder besser gesagt, worauf einige wenige zählen?

ENDE

Das klingt doch ziemlich ähnlich, wie das, was uns kürzlich die TAZ-Tante servierte.
Wir sollen in Europa gedanklich vorbereitet werden und uns – wie üblich – schuldig fühlen.

Da Putin uns das Gas nicht bereitwillig abklemmt, mußte ein Grund gefunden und provoziert werden, um den ökofaschistischen Plan durchzusetzen.

mfG
nereus


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung