Interessante Geschichten aus der Geschichte

Mephistopheles, Datschiburg, Sonntag, 31.07.2022, 18:20 (vor 16 Tagen) @ helmut-11510 Views

Ich hab ein Auto, das äußerlich auf Vordermann gebracht werden muss. Mein Nachbar ist Karosseriespengler und hat eine Spritzkabine. Aber er hat auch eine Einfahrt, deren Betonbelag sich schon in Wohlgefallen auflöst.

Ich einige mich mit dem Nachbar darauf, dass ich seinen Hof pflastere und er mein Auto unter die Fittiche nimmt. Geld läuft da keines zwischen den beiden Personen.

Bis euch das Finanzamt dahinterkommt. [[zigarre]]

Das erinnert mich an die Zeit vor der Währungsreform. Hatte ein Bäuerle einen Traktor zu reparieren in der KFZ-Werkstatt, aber das Geld war nichts wert. Bezahlt wurde also mit einer halben Sau.

Wobei es da noch unterschiedliche Varianten gibt, - entweder bezahlt jeder die notwendigen Materialien für seine Arbeit selbst, oder der Leistungsempfänger bezahlt sie (immer dann der Fall, wenn die Materialien im Gegengewicht der Kosten zu ungleich sind).

Ist hier in Rumänien gebräuchlich, auf diese Art und Weise habe ich mir im Winter auch schon mal ein Schwein vom Bauern gekauft.

Der andere Fall:

Es gibt Arbeitgeber und Arbeitnehmer. In handwerklichen Berufen, wo man sich das technisch erlauben kann, gehen immer mehr Arbeitgeber dazu über, ihr eigener Arbeitnehmer zu werden. Das hängt mit der zunehmend mangelhaften Berufskenntnis, der mangelnden Arbeitseinstellung der Beschäftigten (jeder glaubt, ein Betrieb ist eine soziale Einrichtung, wo irgendwo ein Faß steht, aus dem man immer Geld herausholen kann und das niemals leer wird), den immer höher werdenden Abgabenbelastungen und den zunehmenden Reklamationen der Kunden zusammen.

Das war in den 60er-Jahren der Fall, wo sich Handwerker selbständig machten und sich plötzlich ein Haus mit 1.000qm Grund leisten konnten, woran mit dem Arbeitslohn niemals zu denken war und wovon man sich höchstens eine 2ZKB-Wohnung von 60qm leisten konnte und die Steuerbelastung betrug ~10% vom Verdienst.

Das heißt, der Selbständige (ich erläutere das Wort "Selbständig":= Selbst und ständig zu arbeiten) beschäftigt niemanden mehr, sondern nimmt nur mehr Aufträge an, die er alleine ausführen kann. Er berechnet aber seinen Kunden immer noch die alten Preise wie vorher, als er noch Leute angestellt hatte.
Der Effekt: Die Gewinnmarche erhöht sich deutlich und die Nervenbelastung reduziert sich. Die Zahl dieser Selbständigen ist am Steigen, - zumindest hier in Rumänien.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung