Freiheit gegen Sicherheit, und der Staat
Hallo Andudu,
Du machst ein großes Faß auf.
Die grundsätzliche Frage ist m.M.n., wieviel Freiheit jeder Einzelne für staatliche Sicherheit aufzugeben bereit ist.
Leider neigt sich die Waage seit der Entstehung der Massengesellschaften immer deutlicher in Richtung staatliche Sicherheit, was dann zu unseren heutigen Stilblüten wie soziale Vollversorgung, Nudging, Framing und Verdummung führt. Und der Befürwortung von staatlichen Eingriffen in das Leben des Einzelnen, die absolut übergriffig sind, aber von der demokratischen Mehrheit durch Propaganda begrüßt werden.
Das sind auch die Ankerpunkte Deiner Drei-Säulen. Die Atomisierung der Gemeinschaft, wodurch unsere 'Gesellschaft' überhaupt erst entstanden ist.
Es ist daher, denke ich, wichtig, die Frage von @Weiner aufzugreifen, warum überhaupt 'Staat'.
Die Machttheorie von @dottore setzt die Entstehung des Staates ja gleich mit der Unterjochung des Volkes unter ein Zwangsabgabesystem. Es könnte aber auch sein, daß es eine Entscheidung der Menschen war, individuelle Freiheit sozusagen einzutauschen für eine gemeinschaftlich garantierte Sicherheit. Nur wurde in der Folge 'Gemeinschaft' überdehnt zu 'Staat', daraus folgend 'Kultur' und 'Zivilisation'. Wolfgang Sofsky arbeitet das in seinem Buch 'Traktat über die Gewalt' heraus. Das Dumme ist nur, und das beschreibt auch Sofsky, die Gewalt verschwindet nicht, die Sicherheit ist auch nicht gewährleistet, dafür ist aber die Freiheit fort. Für Sofsky ist das 'kulturimmanent'.
Einem alten Germanen hätte man mit so einem Lug und Trug nicht kommen dürfen ...
Oder wie sagt Ernst Jünger so schön in Bezug auf die Annahme, daß sich die Unverletzbarkeit der Wohnung auf die Verfassung begründe: >>In Wirklichkeit gründet sie sich auf den Familienvater, der, von seinen Söhnen begleitet, mit der Axt in der Tür erscheint.<<
Gruß
Bergamr
--
Ehrlich schade für die Heimat! Endgültig verloren seit Sommer 2015 ...