Und die zu uns flüchtenden Menschen, wo wärmen die sich?

Hannes, Samstag, 12.03.2022, 02:02 (vor 1581 Tagen) @ Albatros3961 Views
bearbeitet von Hannes, Samstag, 12.03.2022, 02:13

Vor 5 Jahren habe ich damit begonnen, mir die Frage zu beantworten, wieviel Platz/Raum 1-2 Personen benötigen würden, wenn man das Raumprogramm auf das Wesentliche beschränkt.

Entstanden ist ein Chalet aus Holz im Selbstbau. Grundfläche 5 x 5m, Schlafempore für 2 Personen und Ofenheizung. Das Brennholz fällt jährlich durch Schnee- und Windbruch an. Die Rohbaukosten betrugen ca. 12K €. Das Inventar wurde durch ap-seikeln gewonnen.

Mit Grüssen

Danke für Deine Site, sehr informativ!

Gebirgsbauern waren nicht ohne Grund arm dran und hier in der Magdeburger Börde (Bodenwertzahl 100, das damals festgelegte maximale Normativ) waren die reichsten Bauern.

Ich erkenne vieles wieder, in dem, was ich bei Dir las. Wir haben neuerdings Marder und Waschbären jede Nacht, letzere lassen meine Frau langsam zur Furie werden, aber ich will nicht töten, obwohl ich das könnte (Falle und Wissen habe ich, schlachten werde ich die aber erst, wenn ich das Fleisch brauche und die Pelze, oder die Zwetschgen, die sie zu 90% mir wegfressen). Aktuell graben sie die Tulpenzwiebeln aus. Am schlimmsten ist es wenn Stachelberen und Wein reif sind, bis zu sechs habe ich auf der CCTV gesehen, sie kommen nachts. Populationsdruck durch Umweltförderung. So wie die Balkenbohrer aus den ökologisch geförderten Totholzhaufen im Umfeld. Eine Biene, die ins Fachwerk bohrt habe ich auch schon. Gemeinsame Kirschfruchtfliegenbekämpfung??? Im Gegenteil - die Bürger spenden für Baumpflanzungen in unserer schon extrem grünen Stadt Magdeburg - aus den so gepflanzten Alleebäumen im Umfeld, an Radwanderwegen, kommen auch die Kirschfruchtfliegen zu mir (weiß ich auch erst seit kurzem), so wie von den Nachbarn mit den alten hippen Knorpelkirschen, die sie nicht abernten, weil die knorrigen DDR-Bäume ja leider alle sowieso nur madige Kirschen tragen (warum wohl???). Die Schulen bauen Insektenhotels jedes Jahr und wir haben eine Insektenplage, weil wir das Futter haben im Garten für die von Gutmenschen in die Welt gesetzte hungrige Ungezieferplage (betrifft leider auch meinen Bauholzvorratsstapel), die Wespenplage vernichtet so das Obst am Baum jedes Jahr zunehmend. Wölfe, Marderhunde, Krähen, Elstern, Wanderraten, Möven, Wühlmäuse/Schermaus, Bisam ... Ich könnte endlos weitererzählen, wie "naturnah" mein Garten gelegen ist. Wasser ist kein Thema (Gräben rndherum und ca. 2 m tief sauberes - habe in Labor investiert - Schichtwasser, Elbfiltrat), nach genau 9 Metern ist Fels, darauf Kies und bis 1 m oben bester Mutterboden, allerdings auch zunehmend Mücken von den Feuchbiotopen.

Ja auch ich muss nun gegen die Vögel-Plage hier fast alles abdecken, sogar die Radieschen fressen die Spatzen kaputt, die unmengen Singvögel holen sonst wirklich in kürzester Zeit alle Beeren (meine frühen Mai-Kirschen sowieso, extra frühe Sorte gepflanzt wegen der Maden, die erst im Mai eingeimpft werden - nun ist es das erste rote im Garten was die Amseln und Stare sehen) usw. Kartoffeln als letzte Bastion werden zunehmend befallen ...

Danke Dir wie gesagt für Deine interessante Site, die sehr schön die Praxis zeigt. Dass eben das Preppern großteils theoretisch ist. Und in E-Fall säßest Du nicht mehr in der Wärmestube und zu fressen hättet Ihr auch nix.

Weil ich das kenne, im Hochland: Passt. Die haben da nicht umsonst nur Weidewirtschaft und Lauch getrieben. Aprikosen? klappt nicht.
[[ironie]]

Aber wir ernten noch viel, allerdings nur bestimmte Früchte und nur noch mit viel Aufwand und Tricks.

Gnade uns Gott, wenn wir plötzlich alle wieder gärtnern müssten:

"Mit der ständigen Anwesenheit auf unserem Hof lag es nahe, auch einen Garten anzulegen. Das erste gebrauchte Gewächshaus ist schon 1997 aufgebaut worden. In Deutschland abgebaut, hierher transportiert, war die Freude daran nur von kurzer Dauer.

Gewächshaus IIIOhne Worte

Der Sturm “Lothar” im Dezember 1999, zerlegte es in 1000 Scherben und verbog die Alu-Profile. Ein zweites, ebenfalls gebraucht, hat die folgenden Stürme bis heute überlebt.Obwohl der Garten an der Stelle angelegt wurde, an der früher schon einmal einer gewesen sein soll, war die Anlage alles andere als leicht. Wir haben die Steine nicht gezählt, die wir entsorgen mussten. 3 konnten nur mit dem Traktor ausgehoben und weg gefahren werden.

Garten I

Auch das Anlegen eines Kartoffelackers war in Handarbeit und ohne Pflug Schwerstarbeit. Die zahlreichen Steine liessen sich zwar alle von Hand entfernen, aber ohne entsprechendes Gerät würde ich so eine Arbeit nicht mehr wiederholen.

Gärtnern auf 760 m Meereshöhe ist alles andere als einfach. Erschwerend kommt noch hinzu, dass das Gelände nach Norden geneigt ist, statt nach Süden. Und um das Mass voll zu machen, ist auch das Kleinklima nicht geeignet, die ersten beiden Nachteile auszugleichen. Die Neigung nach Norden geht in eine Tallage über, in der sich nachts, während der Wachstumsphase, die kalte Luft sammelt (Kaltluftsee) und morgens erst spät aufsteigt, nachdem sie sich erwärmt hat.

Dies alles führt zu kurzen Vegetationsperioden und ein Anbau bestimmter Gemüsesorten lohnt gar nicht. Bohnen z.B., die Mitte Mai gelegt, durch einen Bodenfrost Anfang Juni einen Rückschlag im Wachstum erleiden, bleibt häufig keine Zeit zum Reifen, weil erste Nachtfröste Anfang September kein Ausreifen der Schoten mehr zulassen.

Manche Jahre lässt sich ein wochenlanger Wachstumsstau bei allen Gemüsearten beobachten. Obstsorten gehen ausser Äpfeln überhaupt nicht und diese nicht jedes Jahr. Gut gehen Kartoffeln – wenn es keinen feuchten Herbst gibt, der die Braunfäule begünstigt. Jede Art von Kohl gedeiht ebenfalls recht gut – wenn entweder die Gelege des Kohlweisslings oder aber dessen Raupen zerstört/abgesammelt werden.
Kürbisse reifen nicht aus, Möhren werden von Wühlmäusen gefressen, wie überhaupt Wurzelgemüse nur noch im Hochbeet, mit Wühlmausschutz am Boden, angebaut werden.

Was noch gut wächst sind Beeren – vorausgesetzt, die Büsche werden vor der Ernte mit Vogelschutznetzen abgedeckt. Jedoch hat 2015 eine Gattung von Blattwespen die Stachelbeersträucher gefunden und deren Raupen einen Blätterkahlfrass veranstaltet, den ich nicht verhindern konnte, weil zu spät bemerkt.

Stachelbeerstrauch

Kräuter gedeihen nur in Töpfen, weil sie im Boden den Winter über erfrieren würden, Tomaten und Gurken nur im Gewächshaus, wo jedoch erstere zum Herbst hin Braunfäule bekommen. Dieser Pilz dringt dann in das GH ein, wenn im Hochsommer auch nachts die Tür als Überhitzungsschutz aufbleiben muss.

Meine zahlreichen Meerrettich Anbauversuche fallen jedesmal den Wühlmäusen zum Opfer. Wühlmäuse haben auch einen (nie tragenden) Zwetschgenbaum, eine Quitte (ebenfalls nie tragend) und eine Eiche gekillt, indem sie die Wurzeln abgenagt haben. Selbst eine Kaiserkrone hatte keine Chance.

Ansiedlungsversuche von Bärlauch, und Maiglöckchen haben nur mässigen Erfolg – sie leben noch, vermehren sich aber langsam oder gar nicht. Das Immergrün und Flechtweiden wachsen auf dieser Höhe noch ganz gut, wenn letztere die Schälungen der Rehe im Winter überleben.

Sehr gut gefällt es dem ausgebrachten wilden Majoran hier mit zahlreichen Blüten. die Bienen gerne besuchen.Die Heckenrose an der Westseite des Hauses ist schon die zweite – angeblich gegen div. Krankheiten resistente Sorte -, weil der erste Stock jedes Jahr im Frühjahr von einer Blattwespe befallen wurde, deren Raupen Löcher in die Blätter frassen, die dann abfielen. Bei der zweiten Pflanzung ging es 2 Jahre gut, aber 2015 wurde die neue Sorte sowohl von der Blattwespe, als auch von Schildläusen und zuletzt vom Rosenrost befallen – ein grauenvoller Anblick!

Also, die gärtnerischen Erfolge halten sich in engen Grenzen. Der Frust setzt sich leider fort, wenn nicht nur Nutz- sondern auch Zierpflanzen von Schädlingen heimgesucht werden.
"

Danke nochmal!

H.

PS: Als das mit dem Gas, also der Einmarsch Putins passierte, frug ich meine Frau, ob ich Steckrübensamen bei Amazon mal eben mitbestellen darf, pah - Pfennigartikel - aber eine grundsätzliche Frage. Die Kohlrüben kommen aus Schweden und die Wruckenköppe in Mac Pomm bauen die Traditionell an wie im Norden der Kohl allgemein, weil es eben auch da wächst, und im Notfall nährt, im Gegensatz zu beispielsweise ihren geliebten Physalis, die so viel Platz verbrauchen. Nö. Isst sie immernochnicht. Ich aber liiiiebe Kohlrübeneintopf mit fettem Fleisch. Da muss ich mich heute noch dafür schämen, so einen schlechten Geschmack zu haben. Na, warten wir mal ab, was nun kommt ... Panta Rhei.

[[euklid]]


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung