Ich habe eben gerade gesehen, daß nach Fukushima in Japan zT Null AKWs am Netz waren. Jetzt sind es weniger als 10. Von ehemals 54. Wow. (mTuL)
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernenergie_in_Japan#Nach_Fukushima
Naoto Kan, Ministerpräsident bis 2. September 2011, kündigte im Juli 2011 an, langfristig aus der Kernkraft aussteigen zu wollen.[7] Um die gleiche Zeit drängte die Regierung darauf, zur Inspektion heruntergefahrene Atomkraftwerke noch im Sommer wieder in Betrieb zu nehmen, um drohende Stromengpässe zu vermeiden. Dies stieß in der Bevölkerung auf Kritik.[8]
Kans Nachfolger im Ministerpräsidentenamt, Yoshihiko Noda, kündigte ebenfalls einen mittelfristigen Ausstieg aus der Kernenergie an. Zwar sollten bestehende Kernkraftwerke zunächst weiter betrieben werden dürfen, den Neubau von Kernkraftwerken halte er aber für „unwahrscheinlich“. Zudem plant Noda einen „neuen Energiemix“.[9][10]
Seit Fukushima sparten die Japaner massiv Strom, um vorsichtshalber – man befürchtet weitere Beben bzw. Nachbeben – möglichst viele Kernreaktoren abgeschaltet lassen zu können.[11]
Am 26. August 2011 waren nur 18 der ehemals 54[12] japanischen Kernreaktoren in Betrieb.[13] Im Dezember 2011 lieferten 9 Reaktoren Strom, im Februar 2012 waren nur 2 der ehemals 54 Reaktoren am Netz.[14] Dennoch wurde die für den Sommer geltende Energiesparverordnung im nachfrageschwächeren Winter aufgehoben.[15]
Im März 2012 ging der vorletzte noch laufende Kernreaktor planmäßig vom Netz;[16] im Mai 2012 ging der letzte Reaktor, der Reaktor 3 im Kernkraftwerk Tomari (ein Druckwasserreaktor mit 866 MW Nettoleistung; seit Dezember 2009 am Netz), wegen Wartungsarbeiten vom Netz; seitdem war Japan atomstromfrei.[16][17][18] Vielerorts in Japan weigerten sich lokale Behörden beharrlich, heruntergefahrene Kernreaktoren wieder anfahren zu lassen.[16] Im Juni 2012 sollten zwei Kernreaktoren des Kernkraftwerk Ōi wieder angefahren werden.[19]
Umweltminister Gōshi Hosono äußerte , dass Japan weiter auf Atomkraft setzen müsse. Der Inselstaat Japan könne nicht wie Deutschland in Nachbarländern Strom zukaufen.[16]
Mitte September 2012, eineinhalb Jahre nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima, kündigte Premierminister Yoshihiko Noda den schrittweisen Ausstieg aus der Atomenergie bis spätestens 2040 an.[20] Wenige Tage später wurde das entsprechende Strategiepapier in einer Kabinettssitzung jedoch verworfen. Angeführte Argumente waren, dass ein Atomausstieg die Wirtschaft belasten und durch den Import von Öl, Kohle und Gas hohe Mehrkosten anfallen würde. Daraufhin billigte die Regierung eine Energiewende, ließ aber den Zeitpunkt für die Stilllegung der Kernkraftwerke offen.[21]
Nach der Shūgiin-Wahl am 16. Dezember 2012 kam es zu einem Regierungswechsel: Shinzō Abe wurde Premierminister und berief das Kabinett Shinzō Abe I. Er begann eine radikale Wirtschafts- und Finanzpolitik (Abenomics) mit dem Ziel, die japanische Wirtschaft zu beleben. Er spricht sich für die Wiederinbetriebnahme von Kernreaktoren aus, obwohl eine Mehrheit der Bevölkerung sich in Umfragen dagegen ausspricht.[22]
Im September 2013 wurde Japan erneut atomstromfrei: die beiden nach Mai 2012 wieder angefahrenen Reaktoren (3 und 4 des Kernkraftwerks Ōi) wurden im September heruntergefahren.[23] Am 11. August 2015 wurde das Kernkraftwerk Sendai trotz Protesten wieder hochgefahren.[24], später Block 3 des Kernkraftwerk Ikata und die Blöcke 3 und 4 des Kernkraftwerk Takahama sowie Block 3 des Kernkraftwerk Ōi. Anderseits haben die diesbezüglichen Betreiber entschieden, Block 1 des Kernkraftwerks Genkai, die Blöcke 1 und 2 des Kernkraftwerks Mihama und des Kernkraftwerks Ikata, Block 1 des Kernkraftwerks Tsuruga, Block 1 des Kernkraftwerks Shimane und die Blöcke 1 und 2 des Kernkraftwerks Oi vor allem aus wirtschaftlichen Gründen definitiv stillzulegen.
Im März 2017 lag der Anteil von Atomkraft am japanischen Strommix bei nur 1 Prozent, von den ehemals 54 Reaktoren waren zwei am Netz; Anfang 2018 waren es deren fünf. Auch wenn die Regierung weiterhin an der Atomkraft festhalten will und einige weitere Reaktoren wieder hochfahren will, konnten die betroffenen Regionen sich teils erfolgreich wehren.[25]
Im September 2019 verkündete der neue japanische Umweltminister Shinjirō Koizumi überraschend, dass sein Ministerium auf die Schließung von Atomkraftwerken hinarbeiten wolle. Die Ankündigung war insofern überraschend, als die liberaldemokratische Regierung Japans die Kernenergie bisher immer klar unterstützt hat.[26]