Nein, es sind >100% möglich :-)) Carnot gilt nur für Umwandlung in mechanische Energie!
Beim Heizen geht es darum,
die im Brenngut maximal verfügbare Energie (oberer Heizwert) möglichst vollständig an das Heizmedium (entweder Kreislaufwasser bei der Zentralheizung oder über die Ofenwand die Raumluft) abzugeben.
Wenn die Abluft genügend unter 100°C abgekühlt werden kann und der Dampf im Abgas kondensiert, wird erhebliche Kondensationswärme (= Verdampfungsenergie) frei. Wenn diese Energie ebenfalls zum Heizen genutzt werden kann (quasi Kühlschlange mit Heizkreislaufwasser drin), dann kann fast der gesamte obere Heizwert (="Brennwert") genutzt werden.
Da die Kondensationswärme im unteren Heizwert nicht enthalten ist, der Wirkungsgrad aber in der Regel in Relation zum unteren Heizwert angegeben wird, kann es sogar zu Wirkungsgraden nominal über 100% kommen.
Versottung hängt u.a. auch von dem Zeug ab, was außer Wasser sonst noch kondensieren kann (z.B. unverbrannte Teeröle). Auch Schwefel, der dann mit dem Dampf zu Schwefelsäure reagiert. Deswegen Edelstahlkamin.
Den Trick mit der Kondensation des Abgases und einem Edelstahlkamin hat ein Hamburger Bäcker erfunden: Der Brennwert-Kessel. Da dadurch aber die Kamine keine Wartung durch die Schornsteinfeger mehr brauchen, hat die Schornsteinfegerinnung diese Erfindung jahrelang gerichtlich verhindert - bis der gute Mann dann entnervt in die Schweiz umgesiedelt ist und dort ein florierendes Geschäft aufbaute.
Seither bezeichne ich die Schornsteinfeger, die natürlich immer noch regelmäßig kommen, um festzustellen, dass sie keinen Ruß mehr finden, als staatlich geschützte Wegelagerer. Inzwischen ist die Prüfung aber immerhin billiger als die von nicht-Brenntwert-Kesseln. Aber soweit ich weiß, ist die Zahl der Schornsteinfeger pro Revier festgelegt, sodass keine Konkurrenz entsteht.
Aber lieber Schornsteinfeger als GEZ und Faktenchecker.