Offene Feuer in geschlossenen Räumen sind lebensgefährlich

Rainer ⌂, El Verger - Spanien, Montag, 15.11.2021, 00:52 (vor 1529 Tagen) @ Olivia4094 Views
bearbeitet von Rainer, Montag, 15.11.2021, 00:57

In Belgien gibt es durch die Verwendung von offenen Gasheizungen jährlich etwa 1000 Tote durch Kohlenmonoxidvergiftung. Die deutsche Schornsteinfegerlobby prangert deshalb regelmäßig die fehlende Kehrordnung in Belgien an, vergisst aber, dass diese Unfälle alle in Häusern ohne Kamin passieren (Deshalb verwenden die Leute ja offene Gasheizungen).

Offene Feuer sind nur sicher in Behausungen mit Luftzug. Die Tipis der nordamerikanischen Indianer oder die Jurten der Mongolen erfüllen diese Bedingung.

Eine Wohnung oder ein Einfamilienhaus in Deutschland erfüllt diese Bedingung keinesfalls.

Bei jedem Feuer gibt keine vollständige Verbrennung. Es gibt dabei auch Anteile einer unvollständigen Verbrennung. Wie hoch der Anteil ist hängt von vielen Faktoren ab. Ausschließen kann man es nie.

Einfach gesagt verbindet sich bei einer Verbrennung ein Kohlenstoffatom mit zwei Sauerstoffatomen zu Kohlenstoffdioxid. Mehr Sauerstoff kann Kohlenstoff nicht binden. Deshalb ist Kohlendioxid nicht reaktiv. (evtl. vorhandener Wasserstoff verbindet sich mit Sauerstoff und ergibt einfach Wasser und ist für die Giftigkeit uninteressant). Bei einer unvollständigen Verbrennung entsteht Kohlenmonoxid, also nur ein Kohlenstoff- und ein Sauerstoffatom. Es bleibt ein Bindungsarm des Kohlenstoffes offen und damit ist das Molekül reaktiv.

Kohlenstoffmonoxid bindet, wenn es über die Lunge in den Blutkreislauf kommt, 210-mal stärker an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin als Sauerstoff und blockiert damit die Sauerstoffaufnahme in den Blutkreislauf. Nach wenigen Atemzügen gibt es kaum noch eine Rettung. Man kann nur noch versuchen den Vergifteten mit reinem Sauerstoff zu beatmen. Es geht um Minuten.

Rainer

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