Ich war viele Jahre Wahlvorsteher...
... bis ich mal die lieben "Kollegen" erwischt habe, wie sie Wahlzettel der Republikaner (zugegeben, das war ein eher unappetitlicher Verein) mit Eselsohren versehen und als ungültig gewertet haben. Das habe ich damals unterbunden. Ich wurde allerdings danach nie wieder als Wahlvorsteher benannt.
Ein weiteres Erlebnis:
Deutlich später haben meine Frau und ich in unserem Dorf mal Linke gewählt (ja, ich geb's zu). Am Montag stand dann "Linke: 1 Stimme" für unser Wahllokal in der Zeitung. Ich habe keinen Anlass zu glauben, dass meine Frau mich da anlügt. Und am Donnerstag derselben Woche rief ein Schützenbruder im Vereinsheim: "Und damit Ihr's wisst, die eine Stimme für die Linken war von mir!". Das hat er auch auf Nachfrage und Mitteilung meines Wahlverhaltens hin beschworen. Auch da kein Grund, das zu bezweifeln, es ist ein guter Freund.
Tja, da waren wir schon drei. Wie viele gab es noch? Aber "eine Stimme"...
Nun, mein Vertrauen in Wahlen ist weg. Und zwar so richtig runter auf Null Prozent.
Generell zur Briefwahl:
In besseren Demokratien gibt es keine Briefwahl, sondern fliegende Wahllokale. Damit ist das Wahlgeheimnis sichergestellt und es wählt nicht die Pflegerin für die ganze Station (und der Ehemann passt nicht auf, was die Frau ankreuzt, usw.).
Besten Gruß,
G.
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Die Hoffart der Herren würde sofort aufhören, wenn die Knechte nicht mehr vor ihnen kriechen!