Es ist schon erschreckend, in welch historisch kurzen Zeit die Verblödung einer Kultur einsetzt und man alle mühsam und langwierig gewonnenen Erkenntnisse wieder vergisst

Mephistopheles, Datschiburg, Montag, 13.09.2021, 10:08 (vor 6 Tagen) @ CalBaer722 Views
bearbeitet von Mephistopheles, Montag, 13.09.2021, 11:06

Es waren Stammesgesellschaften, wo sich die nomadischen Staemme nur selten in die Quere kamen. Selbst wenn sie sich trafen, gab es Austausch, aber selten Auseindersetzungen (Streit mag sicher manchmal gewalttaetig gewesen sein, so wie es Gewalt auch heute zwischen Menschen gibt, aber keine Kriege).

Der Mensch war ein Jäger und jagte wie alle Prädatoren, deren Jagdwild physisch größer ist als sie selber, wie auch die Wölfe, im Rudel. Dazu war bei der menschlichen Jagdstrategie wegen der Drück- und Treibjagd eine vorherige verbale Absprache erforderlich. weil die einzelnen Jäger an Positionen stationiert waren, wo man sich physisch nicht sehen konnte und man auch vorher absprechen musste, wie jeder einzelne Jäger bei Ansicht des Wildes reagieren musste.
Eine alles in allem recht erfolgreiche Strategie, die auch die Erlegung von Wild ermöglichte, das phsische wesentlich größer war als man selber.

Auf der einen Seite hatte man bei einem seltenen(!) Jagderfolg plötzlich Fleisch im Überfluss, das zudem, außer in der Arktis, nur wenige Tage haltbar war. Was lag also näher als sich so zu verhalten wie später die Römer - do, ut des (ich gebe, damit du gibst) - als m´nicht so erfolgreiche Jäger, selbstverständlich nach Absprache; also nur solche, mirt denen man sich sprachlich verständigen konnte, mitessen zu lassen. Das Fleisch hielt ohne Kühlung nur ein paar Tage, auch wenn der Fäulnisprozess durch braten aufgehalten werden konnte.

Auf der anderen Seite beanspruchte der Mensch, wie alle höheren Säugetiere, ein Revier für sich. Das Revier war immer so groß, dass es die ganze Sippe ernähren konnte. Drangen revierfremde Jäger, meist Verwandte Brüder und Neffen, in das eigene Revier ein, dann gab es natürlich Zoff. Die Alternative war, die Eindriglinge entweder abzumurksen oder selber zu hungern. Ein Revier hatte nämlich immer die Größe, dass es die Mitglieder und deren Nachkommen gerade ernähren konnte. Bei allen Wildtieren ist die Entschiedung klar. Es ist anzunehmen, dass die Jäger und Sammler sich anders verhielten als Zivilisten und Eindringlinge eher abmurksten, während Zivilisten aus lauter Nächstenliebe lieber selber hungern. Das ist auch der Grund, warum alle Zivilisationen innerhalb historisch relativ kurzer Zeit untergegangen sind, während Jäger und Sammler sich üer Jahrhunderttausende halten konnten.

Die Zivilisten haben kein historisches Gedächtnis. Entscheidend für das Überleben ist nämlich der Minimumeffekt. Zivilisten fehlt dieses Bewusstsein, dass man nämlich in Zeiten des Nahrungsmangels überleben muss. Stattdessen halten sie immer den zufälligen Überfluss für ewig. Sie haben die Ewigkeit gepachtet.

Bei Jägern und Sammlern war es dagegen so, dass, wenn Revierfremde in das eigene Revier eindrangen, dass sie erst einmal abgemurkst wurden, bevor man überflüssige Fragen stellte. Überflüssig waren alle Fragen an Barbaren, also die, die Warwar redeten, weil man sie sowieso nicht verstand. Insofern war die Sprache ein Erkennungsmerkmal.

Dadurch, dass das jedem bekannt war, war es natürlich ein seltener Vorfall, wenn man in das Revier eines anderen Rudels eindrang und eigentlich konnte das nur mit der Absicht geschenen, es auch zu erobern.

PS: Das, was ich hier kurz zusammengefass habe, ist der Stand der Wissenschaft Ende des 19., Anfang des 20. Jh.
Ein Jahrhundert später hat man anscheinend schon wieder alles vergessen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Minimumgesetz

Gruß Mephistopheles

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Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


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