Geldwirtschaft ist Krieg

trosinette, Samstag, 07.03.2020, 08:03 (vor 2167 Tagen) @ Talleyrand1997 Views

Guten Tag,

Und jeder kann "aussteigen", so er nicht mehr mitmachen will.

Diese Freiwilligkeit wird vollkommen Überschätzt. Viele bezweifeln, dass es einen freien Willen überhaupt gibt. Sollte es einen freien Willen geben und man wähnt sich auf einem Holzweg, so ist dieser freie Wille nur sehr schwer auf den gewollten Weg zu zwingen, da sich das meiste gar nicht in unserem Bewusstsein sondern in unserem Unterbewusstsein abspielt.

Aufgrund meiner Geburt, Sozialisation und Erziehung ist es für mich eine Selbstverständlichkeit, dass ich bei der Geldwirtschaft mitmache. Frage ich aber nach dem Wesen der Geldwirtschaft, entpuppt sie sich als eine Melange aus Zwang, Macht und Gewalt. Wenn ich genau hinhöre, bestätigt sich das in jeder poligen Strategiebesprechung, die ich in dem Unternehmen, in dem ich angestellt bin, miterlebe. Wirtschaft ist (Klein)Krieg.

Die Regensburger Kaufleute, die im 11. Jahrhundert nach Kiew gezogen sind, haben jedenfalls nicht auf Befehl der
Politik (weder der Stadt noch der Fürsten) gehandelt,

Etwas überspitzt: Auch im KZ haben die Leute versucht, das Beste aus den Gegebenheiten herauszuholen. Das gelingt einigen sehr gut, anderen weniger gut und vielen nur schlecht.

Ganz interessant zu lesen: Regensburg im Fernhandel des Mittelalters

Die Geldwirtschaft "verdonnert uns also" zum Wohlstand? Die meisten Menschen sind sicherlich froh darüber bzw. wären es in den Weltregionen ohne Wohlstand.

Ja, da wo die Geldwirtschaft schon überall eingedrungen ist und sein Unwesen getrieben hat müssen die Menschen das wollen. Die letzten verblieben Urwaldindianer hätten null Ahnung, an was es ihnen fehlen sollte.

Du redest aber, wenn ich es recht verstehe, von der freiwilligen Umverteilung in Familie, Sippe, Clan. Es ist ein
gewaltiger Unterschied, ob ich meinen Kindern eine gute Ausbildung finanziere, oder ob der Staat mir 50 % Steuern
abknöpft, um damit Dinge zu tun, die meinen Interessen oft entgegengesetzt sind.

Richtig. In Familie, Sippe und Clan gibt es nicht in dem Maße unterschiedliche Interessen wie in der kapitalistischen Massengesellschaft. Und wenn es um die Einheit von Familie, Sippe und Clan geht, stellte man in der Regel seine persönlichen Interessen in den Hintergrund. Das führt mich zu der Frage, was in der kapitalistischen Massengesellschaft für die notwendige Einheit in der Vielheit sorgen soll. Früher war es die Religion, heute, in der modernen kapitalistischen Massengesellschaft, ist es der Staat. Und eine Marktwirtschaft sorgt nicht für Einheit, sondern für das Gegenteil.

Und es gibt Milliarden von Menschen, die auf Waschmaschinen und medizinische Versorgung warten.

Wir, aus der ersten Welt haben im schnitt 10.000 Dinge und ich habe meine Zweifel, dass wir dem ausgelutschten Planeten noch Milliarden von Waschmaschinen abringen können. Wir müssen es natürlich versuchen. Andernfalls bricht nach meinem jetzigen Kenntnisstand früher oder später die kapitalistische Weltwirtschaft zusammen.

Natur ist das, was am Leben bleibt. (es in die nächste Generation schafft.) Nach dieser Definition ist Geldwirtschaft Natur, weil sie sehr erfolgreich ist.

Nach dieser Definition ist also alles in bester Ordnung und es gibt keinen Grund zu meckern.

Leider muss die Geldwirtschaft offenbar immer mehr Anstrengungen vollbringen, um es ungeschoren in die nächste Generation zu schaffen. Im Gegensatz zu den Krokodilen, die seit 200 Mio. Jahren dröge in der Gegend rumliegen.

die beruflich Erfolgreichen für Parlament und Regierung zu gewinnen

Friedrich Merz steht schon in den Startlöchern.
Wenn es die etablierten Parteien nicht schaffen, so schaffen es die beruflich erfolgreichen ganzes bestimmt, mein Leben restlos zu einer Wirtschaftsunternehmung verkommen zu lasen.

Mit freundlichen Grüßen
Schneider


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