Was war zuerst da, der Pflug oder das Schwert?
Guten Tag,
ich habe nichts gegen sinnvolle staatliche Investitionstätigkeit. Hast Du etwas dagegen, und wenn ja, warum?
Das Internet hat seinen Ursprung im US-Verteidigungsministerium und hat damit einen militärischen Hintergrund. Genauso wie die Konservendose, die Napoleon „erfinden“ ließ, um die Versorgungslage seiner Truppen zu verbessern. Und der Kruppkonzern hat sich sicherlich nicht an der Herstellung von Bratpfannen fett gefressen.
Bei der ganzen Metallverarbeitung kann man sich frage, was war zuerst da? Der Pflug oder das Schwert.
Ich habe den Verdacht, dass der Staat im Machtwettlauf der Staaten primär in seinen Machterhalt und seine Machterweiterung investiert. Dabei muss der Staat natürlich auch darauf achtgeben, dass ihm das Staatsvolk nicht davonläuft oder auf’s Dach steigt. Deshalb spielen Sozialabgaben auch eine erhebliche Rolle, vor allem, wenn die Ansprüche des Staatsvolkes steigen (Menschenwürde, Freiheit, Gerechtigkeit, Teilhabe usw. usf.).
Das halte ich in dieser grandiosen Zuspitzung für falsch.
Historisch gab es aber jede Menge Staaten (mit Monopolgeld und
Steuereintreibung) OHNE Marktwirtschaft.
Von mir aus gibt es Staaten OHNE Marktwirtschaft, was aber nicht das Thema ist. Du willst ja Markt ohne Staat bzw. mit Minimalstaat. Und Marktwirtschaft ohne Staat ist nach meinem Wissen in der Geschichte noch nicht vorgekommen.
Denk darüber nach, wieso das, was wir (breite
Bevölkerungsschichten erreichender) Wohlstand nennen,
ausschließlich in kapitalistischen Staaten entstanden ist.
Weil uns die Geldwirtschaft dazu verdonnert. Ein paar hunderttausend Jahre war es dem Mensch Wohlstand genug zu Fuß unterwegs zu sein und in den Wald zu scheißen und plötzlich braucht er Gästeklos mit Fußbodenheizung und Klobrillen mit Absenkautomatik.
Denk darüber nach, wieso es nur im Kapitalismus überhaupt die
Überschüsse und den Produktivitätszuwachs gegeben hat, der solche
Sozialverträge möglich gemacht hat.
Umverteilung ist in der Geschichte der Menschheit vollkommen natürlich und hat immer ohne Kapitalismus und Produktivitätszuwachs funktioniert.
Sozialverträge sind nicht die primäre Motivation für Überschüsse und den Produktivitätszuwachs. Nach debitistischer Lesart funktioniert Geldwirtschaft und Kapitalismus ohne Überschüsse und Produktivitätszuwachs schlicht nicht. Vom Debitismus abgesehen konnte mir bisher noch niemand halbwegs erklären, wieso die kapitalistisch Welt kurz vor dem Abgrund steht, wenn bei Nullwachstum mal ein paar Jahre genau so viel produziert, wird, wie im Vorjahr. Das wird doch sicherlich nicht ausschließlich an den Sozialverträgen liegen.
Für mich hört sich das logisch widersprüchlich an, aber
wahrscheinlich verstehe ich die debitistische Logik in Deinen
Ausführungen nur nicht. Deshalb bitte ich Dich, mich aufzuklären.
Ich betreibe keine debitistische Logik. Ich glaube nur, dass die Zuspitzung, die wir erleben primär den debitistischen Notwendigkeiten geschuldet ist, die die Geldwirtschaft impliziert.
Alles spitzt sich immer weiter zu, der Druck auf dem Kessel steigt, das Hamsterrad muss sich zunehmend schneller drehen, Wohlstandsprünge wollen in der fortgeschrittenen Wohlstandsgesellschaft nicht mehr gelingen, die Schere geht auseinander usw. usf.
Die Geldwirtschaft lässt sich nach meinem Glauben nicht zum ewigen Gemeinwohl hin nachjustieren, in dem man an ein paar Schrauben wie Staatsquote, Marktwirtschaft, Rothschild oder scheixx Besatzer und EUdssr schraubt. Geldwirtschaft ist wider die Natur und das hat seinen Preis.
Weil die Demokratie zu einer Politik der ständigen Wählerbestechung führt.
Als ich mich mit den Problemen der Demokratie halbwegs vertraut gemacht habe, wurde ich Monarchist. Bringt aber auch nichts. Jetzt bin ich unpolitisch und versuche nur noch Mensch zu sein und harre der Dinge die da kommen.
Zur Reduzierung der Staatsquote bedürfte es einer einmalig
gewählten (nicht wiederwählbaren) Regierung von Nicht-Politikern
(z.B. zufällig ausgewählte Bürger), die sine ira et studio tun, was nötig ist.
Von mir aus…
Es würde mich aber wundern, wenn die zufällig ausgewählten Bürger zufälligerweise einhellig auf einen Nenner kommen, das für nötig halten, was Du auch für nötig hältst, mit ihrer plötzlichen Machtfülle nicht überfordert sind, ihnen die Machtfülle nicht zu Kopf steigt und sie die Machbarkeit und Seiteneffekte aller Maßnahmen auf dem Schirm haben.
Wenn ich zu den Auserwählten gehören würde, würde ich für mich und die anderen Komiteemitglieder plus ein paar Kumpels erstmal eine persönliche Leibrente von 500.000 Euro p.a. für nötig halten.
Mit freundlichen Grüßen
Schneider