Zur Prozeßlawine

Manuel H., Samstag, 04.03.2023, 09:40 (vor 1093 Tagen) @ Olivia4247 Views
bearbeitet von Manuel H., Samstag, 04.03.2023, 09:45

Das Problem haben wir schon seit Jahrzehnten mit auslaufenden Waschmaschinen.

Laut Gothaer Versicherung sind für Fremdschäden die Haftpflicht, für Eigenschäden die Hausrat zuständig.
https://www.gothaer.de/ratgeber/bauen-und-wohnen/wohnen/waschmaschine-ausgelaufen-wer-h...

Beides Versicherungen, die in armen Haushalten meist nicht zu finden sind. Eine Hausrat ist auch recht unnötig, da in armen Haushalten keine Werte sind, auf Haftpflicht wird meist dennoch verzichtet.

Als Geschädigter hat man dann einen zivilrechtlichen Anspruch auf Schadensersatz, den man knicken kann, da in armen Haushalten nichts Pfändbares vorhanden ist.

Nun könnte man als Vermieter auf die Idee kommen, im Mietvertrag den Abschluß einer Haftpflicht verpflichtend zu machen, die Kontrolle (wird sie auch regelmäßig pünktlich bezahlt?) ist jedoch aufwendig und kaum durchzusetzen.

Bei einer Förderung schreibt der Staat vor, dass die Installation von einem dafür lizenzierten Elektriker vorgenommen und abgenommen werden muß und der Vermieter der Installation schriftlich zustimmt. Eine spezielle Versicherung schreibt er nicht vor, so dass ich vermute, dass entweder die Haftpflicht des Mieters oder die des Installateurs (bei nachgewiesener fehlerhafter Installation) zuständig ist.

So charmant ich die Idee empfinde, sich zumindest teilweise mit der Energieversorgung autark zu machen, so hege ich die Befürchtung der fehlenden Wirtschaftlichkeit trotz Förderung, möglicherweise ist die Wartung teuer oder wegen in Jahren fehlender Ersatzteile unmöglich.

Mich würde auch interessieren, wie sich das Mikroklima in einer dichtbebauten Stadt entwickelt, wenn sich viele diese Dinger in die Gegend stellen. Das meiste der produzierten Energie wird ja meines Wissens als Abwärme in die unmittelbare Umgebung abgegeben, so daß sich Hinterhöfe und Straßen in heißen Sommern noch stärker aufheizen werden.

Versorgung der Favelas (Slums) in Brasilien. In einer Doku erfuhr ich, dass die Slum-Bewohner die Stromversorgung gelöst haben. Sie zapfen einfach die Verteiler der kommunalen Stromversorgung an und legen dann entsprechende Versorgungskabel in die einzelnen Haushalte. Da kein Zähler mitinstalliert wird, ist die Stromversorgung kostenlos. Sie sind also von steigenden Strompreisen nicht betroffen.


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