Ergänzungen

Weiner, Montag, 21.11.2022, 17:13 (vor 9 Tagen) @ Falkenauge1757 Views

Hallo Falkenauge,

Du erzählst nur die halbe Geschichte, genauer gesagt nur einen Bruchteil. Ich sehe aber ein, dass Du Dich auf die Vorgeschichte der Ukraine beschränken willst.

Tatsächlich ist der Kampf der USA (bzw. des Westens) gegen Russland bzw. um die Herrschaft in Eurasien sehr, sehr viel älter. Er begann bereits zu Ende des 19. Jahrhunderts. Schon der Umsturz in Russland 1917 war eine extrem raffinierte Operation, bei der Trotzki von der Wallstreet und von der City unterstützt worden war Und schon bereits Kerenski war von den Amerikanern finanziert worden (er flüchtete am 7.11.1917 in die US-Botschaft). Das heißt: Trotzki war nur die Reserve-Option (!!), falls es mit Kerenski nicht klappen würde. Hier waren und sind absolute Profis am Werk. Die Deutschen haben das Spiel durchschaut und deswegen Lenin nach Moskau gebracht und finanziert, mit 20 Millionen Goldmark - doch Lenin hat sich auf die Seite der Amerikaner geschlagen. *)

Wenn man will, könnte man sagen, dass der Georgier Stalin die wahren Interessen Russlands damals vertreten hat. Tatsächlich war aber auch er nur ein Spielball in den Händen jener Mächte, die aus dem Hintergrund heraus die Zügel führen: **) die also Konflikte säen, mit deren Hilfe sie die geopolitische Waage spielen lassen - wobei sie Schritt um Schritt ihre Machtbasis ausbauen, bis das Gewicht ganz auf ihrer Seite ist. Und sie richten es so ein, dass sie dabei immer gut verdienen (an der Rüstung und am Wiederaufbau nach den jeweiligen Kriegen). Diese ganze Geschichte wird so lange weitergehen, bis eine totalitäre Gesamtherrschaft errichtet ist.

Hier ist noch ein LINK zu einem franz.-amerikanischen Historiker, der die Vorgeschichte des so genannten "Zusammenbruches" der Sowjetunion genauern beleuchtet hat. Ist ein sehr langes und akademisches Referat, aber ist eine schöne Zusammenfassung der Bemühungen während der Reagan-Jahre, einen maximalen Druck gegen die UdSSR aufzubauen. Und bereits damals hat die Rand-Corporation eine führende Rolle gespielt.

https://www.globalresearch.ca/video-how-the-u-s-caused-the-breakup-of-the-soviet-union/...

(Sean Gervasi hat auch ein Buch über die US-Aktivitäten bei der Zetsörung Jugoslawiens geschrieben. Womöglich steht sein unklarer Tod damit in Zusammenhang).

Afghanistan, worüber Du vor einem Jahr geschrieben hattest, war in dieser Sichtweise aomit nur ein winziger Baustein einer lang angelegten Operation, um die UdSSR in Fallen zu locken und zu schwächen. Nicht immer waren alle außenpolitischen Aktivisten in den USA über solche Strategien einer Meinung (hierzu hatte ich vor einem Jahr einige LINKs für Dich eingestellt). Aber es haben sich bislang immer die Falken durchgesetzt. Und jetzt ist es ohnehin zu spät.

https://dasgelbeforum.net/index.php?id=578278

https://dasgelbeforum.net/index.php?id=579487

Es ist sehr wichtig, bei diesem globalen Kampf gegen den schwarzen Schritt die langen historischen Fäden (und zyklischen Wiederholungen) herauszupräparieren, vor allem wenn man wissen will, wie es am Ende ausgeht.

Bei Voltairenet findet man hervorragende Artikel über die Straussianer, die praktisch seit Jahrzehnten ebenfalls in diesem Spiel mitmischen. Hier wird überdiese eine deutsche und eine jüdische Komponente deutlich sichtbar.

https://www.voltairenet.org/article218397.html

https://www.voltairenet.org/article217977.html

https://www.voltairenet.org/article215903.html

https://www.voltairenet.org/article218264.html

https://www.voltairenet.org/article217111.html

(mehr bei Mattew Ehret und Cynthia Chung, etwa auf StrategicCulture oder Substack).

Letzlich ist das Ganze aber ein uraltes angelsächsisches Projekt. Und hierher gehören nicht nur die Round Table Geschichten (Cecil Rhodes, siehe bei Caroll Quigley). Sondern bereits der moderne Zionismus ist eigentlich eine angelsächsische Unternehmung (was auch die enge Beziehung zwischen Israel und Washington erklärt).

Und wenn man es ganz genau nimmt, sind sogar die USA an sich, inklusive ihrer gesamten Geschichte seit etwa 1750 (vielleicht sogar früher) ein strategischer Schritt der City in Richtung Weltherrschaft gewesen. Man vergleiche hierzu die Flagge der USA mit der Flagge der Ostindischen Gesellschaft. Das Brückenglied sind die "Sons of Liberty".

https://de.wikipedia.org/wiki/Flagge_der_Vereinigten_Staaten#Entstehung_und_Geschichte

Erst wenn diese Flagge eingeholt ist, wird es einen erträglichen Frieden auf Erden geben.

W.

*) Es gab vorausgehend einen Versuch der deutschen Stahlmagnaten, sich mit den Amerikanern zu einigen, der aber gescheitert ist (siehe die Reise von Lenin nach Capri).

**) Es ist heute wohl nur wenigen Menschen noch bekannt, dass Stalin in London war. Übrigens war er auch in Wien, wo er gern in Schönbrunn spazieren ging - eigentlich in den selben Tagen, als auch der Penner Hitler dort auf Parkbänken schlief. Möglicherweise sind sie sich ja damals schon über den Weg gelaufen ...


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