Ich glaube, auch heute dürften 120% Finanzierungen auf 30 Jahre die absolute Ausnahme sein. (mT)
Wem kann man sowas anbieten? Einem verbeamteten Lehrerehepaar, sonst doch niemandem.
Selbst beim Daimler oder Bosch sind die Jobs nicht mehr soo sicher wie noch früher.
Manche Webseiten sprechen von einer 110% Finanzierung:
https://www.drklein.de/baufinanzierung-ohne-eigenkapital.html
Unterschieden wird zwischen einer 100-%-Finanzierung und einer 110-%-Finanzierung. Während bei einer 100-%-Finanzierung der Kaufpreis finanziert wird, werden bei einer 110-%-Finanzierung zusätzlich die Kaufnebenkosten finanziert.
Kreditnehmer mit sehr hohem Einkommen haben bessere Chancen auf eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital.
Banken finanzieren ohne Eigenkapital Immobilien in einer hervorragenden Lage und in sehr gutem Zustand.
Eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital ist in der Regel teurer als mit Eigenkapital. Die Zinsen werden meist höher veranschlagt.
Die Nachteile der Vollfinanzierung: höhere monatliche Rate und eine längere Laufzeit.
Für wen kommt die Finanzierung ohne Eigenkapital überhaupt infrage?
Eine überdurchschnittlich gute Kreditwürdigkeit in Form eines tadellosen Schufa-Scores ist in jedem Fall oberste Voraussetzung für eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital. Hat der Kaufinteressent kein Eigenkapital vorzuweisen, sollte er in jedem Fall über ein sehr hohes, gesichertes Einkommen verfügen. Denn nur dann kann er den Risiken und Nachteilen einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital gelassen entgegentreten. Personen mit schwankendem Einkommen, wie zum Beispiel Selbstständige und Freiberufler, haben wesentlich schlechtere Chancen, eine Vollfinanzierung oder eine 100-%-Finanzierung zu realisieren.
Ist eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital für Selbstständige möglich?
Eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital ist für Selbstständige schwer zu bekommen. Bei den meisten Banken findet diesbezüglich eine Einzelfallentscheidung statt. Selbstständige wie Ärzte oder Rechtsanwälte haben es meist noch etwas leichter als Gewerbetreibende oder Handwerker. Ein zweiter Kreditnehmer mit einem regelmäßigen, festen Einkommen minimiert das Risiko der Bank. Damit ist sie eher bereit, einen positiven Bescheid auszustellen.
Wann lassen Banken sich auf Finanzierungen ohne Eigenkapital ein?
Aus der Sicht der Banken kommt eine Baufinanzierung ohne Eigenkapital in folgenden 2 Fällen infrage:
Banken lassen sich lieber auf 100-%-Finanzierungen ein, bei denen der Käufer wenigstens die Kaufnebenkosten selbst beisteuert. Denn bei 110-%-Finanzierungen müssen sie die Kaufnebenkosten mitfinanzieren. Gelder, die für die Grunderwerbsteuer oder die Maklergebühr gebraucht werden, sind nach dem Kauf aber ausgegeben – es gibt für sie keinen materiellen Gegenwert mehr. Das erhöht das gesamte Finanzierungsrisiko und wird von Banken nicht so gern gesehen. Das hohe Risiko bei einer 110-%-Finanzierung versucht die Bank mit einem Zinsaufschlag, auch Risikoabschlag, abzufedern. Aus diesem Grund ist die 110-%-Finanzierung meist teurer als eine 100-%-Finanzierung.
Der Zustand und die Lage der Immobilie ist ein weiterer, wichtiger Faktor, der die Bank dazu bringt, einer Baufinanzierung ohne Eigenkapital zuzustimmen. Eine baufällige Immobilie in einer wenig beliebten Wohngegend wird vermutlich keine Bank ohne Eigenkapital finanzieren. Ist das Objekt aber gut erhalten und steht es in bevorzugter Lage, steigert dies die Chancen, eine Finanzierung zu bekommen.
Wie schon einmal in der Diskussion mit Hasso erwähnt gibt es sowas wie "tadellose Schufa Scores". Diejenigen, die so etwas vorzuweisen haben, haben den aber nicht, weil sie besonders risikoaffin sind, sondern weil sie in ihrem bisherigen Leben so etwas wie eine 100% oder 110% Finanzierung eher abgelehnt haben und eher bei >40% EK anfangen, über Immobilienkäufe/finanzierungen nachzudenken.
DT