Ich hätte mir in 70ern trotz hoher Zinsen..
... spielend ein Haus bauen können, wahrscheinlich sogar zwei, ohne dass meine Frau arbeiten musste. (Ich sparte statt dessen mein Geld um mich selbständig machen zu können, ich Idiot). Wie gesagt, ich kenne nur die Situation aus Österreich. Einiges, was du schreibst, stimmt aber. Vieles wurde in Eigenregie gebaut, blieb jahrelang unfertig, aber die Leute waren stolz auf das Geleistete. In fast allen Kellern und Garagen wurde damals fleissig geschraubt, gebohrt und gebastelt, und Leute, die keine Überstunden machen konnten, erwirtschafteten sich einen Nebenverdienst mit Dingen, die du heute zu Spottpreisen aus China bestellst.
Die damalige Hochzinsphase war keinesfalls so nachteilig, wie du sie beschreibst. Es war nämlich so, dass ein Häuslbauer jahrelang gute Zinsen für seine Ersparnisse bekam (bis zu 8% - und, man stelle sich vor, es gab nicht einmal KEST!), die er auf sein Sparbuch einzahlte (in Aktien oder Anleihen investierte damals kaum wer). Damit wurden die teuren Kredite überhaupt erst erschwinglich. Auch die Banken profitierten und es enstand eine Fliale nach der anderen. Die Erwirtschaftung von moderaten Vermögen auch bei einfachen Arbeitern war kein Problem - man nusste einfach nur fleissig und sparsam sein. Eine ganze Generation nach 1990 lebt heute noch vom Geld, das damals erwirtschaftet wurde...
Was die spätere Einkommensentwicklung betrifft, so profitierten viele Handwerker vom Bauboom zwischen 2010 und 2015 - ausgelöst durch die Niedrigstzins-Politik. Die übrigen Branchen kaum. Von den Rentnern gar nicht zu reden.