Die ukrainische Taktik könnte die Russen vor erhebliche Probleme stellen.

Gernot ⌂, Samstag, 26.03.2022, 17:33 (vor 1416 Tagen) @ Arbeiter3788 Views

Ich habe ein Video gesehen, auf dem ein russischer Kampfpanzer aus vielleicht 200 m Entfernung mit einer Panzerfaust oder Lenkrakete zerstört wurde. Der Abschuss erfolgte aus einer kleingartenähnlichen Siedlung im rechten Winkel zur Straße, auf der Panzer fuhren.
Meines Wissens sehen die Russen im Panzer die Schützen - in dem Sinne, dass sie die Infrarotquellen "Menschen" erkennen. Nun werden in so einer Siedlung überall Menschen sein. Die Russen können nicht alle programmgesteuert automatisch vom Panzer-MG füsilieren lassen. Sie wissen nicht, ob einer von denen eine Panzerfaust oder Rakete abfeuern wird.

Wer so kämpft, also per Hinterhalt oder eher schon Anschlag, gefährdet natürlich massiv Nichtkombatanten. Es gibt keine Fronten und kein Schlachtfeld und somit keinen klar definierten Gegner.

Mich erstaunt die Zaghaftigkeit der Russen, und ich bin dankbar für ihr differenziertes Vorgehen, das ich aus Nicht-Massenmedien kenne, während die Massenmedien anscheinend jeden Granateneinschlag auf einem Kinderspielplatz, einem Krankenhaus oder einer Einkaufshalle ausschlachten, egal, ob dort ukrainisches Militär war oder nicht.
Jedem Hörer solcher Nachrichten sollte doch auffallen, wie sinnlos es militärisch wäre, wahllos hier mal ein Khs, dort mal einen Kindergarten und woanders eine Käsemolkerei zu beschießen.
Ein Geimpfter erzählte mir, das wäre die Strategie des Terrors, die zur Kapitulation führen soll. Die historische Erfahrung beweist aber, dass solcher Terror kontraproduktiv ist, da er Hass und Widerstandswillen schürt. Ich nenne hierfür zum Beispiel Hamburg und Dresden, zwei Dörfer in der Tschechei nach dem Heidrich-Attentat und die Anschläge im Irak nach dessen "Befreiung".

Was ich nicht verstehe, ist, warum die Russen nicht mit größerem Kräfteaufwand Sicherheitsabstand zu den Donbass-Republiken herbeiführen, die wohl immer noch wahllos von der Ukraine beschossen werden, und warum sie nicht die Biolabore und die Regierung, die nach ihrer Auffassung "eine Bande von Rauschgiftsüchtigen und Alkoholikern" ist, mit einer zeitgleichen Luftlandeoperation hochgenommen haben. Die Kräfte dazu werden sie haben. Man braucht nicht mal Fallschirmspringer; Transporthubschrauber und, wo breite Straßen vorhanden sind, -flugzeuge, können auch viele Soldaten befördern. Andererseits wäre eine solche Operation weiträumig abzusichern, da die Lufttransportmittel annähernd wehrlos gegen MG- oder Fliegerfaustschützen sind.

Wenn die Russen klug sind, trennen sie die Donbassrepubliken von der Ukraine ab, lassen aber die angestammten Siedlungsgebiete des ukrainischen Volkes selbständig. Sie würden dann dem Motto "Volksgrenzen sind Staatsgrenzen und Sprachgrenzen sind Volksgrenzen" folgen, das bei den meisten Menschen auf Zustimmung stößt.

Natürlich gibt es auch Propaganda von der "prorussischen" Seite, z.B. das Gerede von "Söldnern" auf ukrainischer Seite. Die wesentliche Unterscheidung zwischen
Söldnern und
Freiwilligen
für die Dummen zu unterschlagen, halte ich für schlichtweg boshaft!
Millionen europäischer Freiwilliger bei Waffen-SS und Wehrmacht z.B. waren keine Söldner. Sie erhielten nur den normalen, dienstgradentsprechenden Sold wie ihre deutschen Kameraden. Dafür setzt niemand sein Leben aufs Spiel. Auch die Freiwilligen der Ukraine sollen nur den normalen Wehrsold erhalten.


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