Falsche Darstellung. Ergänzung zu Leerverkäufen sind Kredite

Mephistopheles, Dienstag, 17.03.2020, 12:41 (vor 2154 Tagen) @ Talleyrand1315 Views

Um sich als Produzent gegen einen Verdienstausfall abzusichern, braucht es keine Leerverkäufe, sondern lediglich Versicherungen.
Nur Spekulanten, die als überflüssige Zwischenhändler agieren, mit dem eigentlichen Geschehen (Rohstoffhandel, etc.) aber gar nichts zu tun haben, benötigen Leerverkäufe.

Es handelt sich dabei um eine ähnliche Schweinerei wie mit CumCum- und CumEx-geschäften.


Du trittst hier als der große Checker auf, anscheinend auch für den Börsenhandel.

Sicher weißt Du dann auch, daß Leerverkäufe seit Jahrhunderten üblich sind, etwa im japanischen Reismarkt. Natürlich dienen sie dazu, auf effiziente Weise die Unsicherheit für den Produzenten vom Markt zu nehmen. Versicherungen wären viel teurer.

Und sicher ist Dir auch bekannt, daß Leerverkäufer die Liquidität im Markt erhöhen, und damit die Spreads verkleinern und den Markt effizienter machen.

Die Ergänzung zu Leerverkäufen sind nicht Versicherungen, sondern Kredite.

Irgendeiner braucht Cash und zwar sofort (vermutl., um den Betrieb aufrechterhalten zu können).
Dann hat er die Wahl:
Entweder, er verkauft bereits jetzt das unfertige Produkt und liefert dann das Produkt, wenn es fertiggestellt ist. Er verkauft also leer.
Oder er nimmt einen Kredit auf bis zu dem Zeitpunkt, an dem er das fertiggestellte Produkt verkaufen kann.
Es ist gehupft wie gesprungen, was einer vorzieht, unterliegt einer persönlichen Einschätzung.
Wer gegen Leerverkäufe ist, müsste konsequenterweise auch gegen Kredite sein.
Wer gegen Leerverkäufe ist, müsste auch konsequenterweise gegen Kredite auf Aktien ein.

Das Ergebnis können wir eben jetzt im Moment staunend beobachten: Die Aktien landen auf dem Markt, weil keiner mehr für sie einen Kredit aufnehmen will oder kann.

Gruß Mephistopheles


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