Sichtweisen auf die Realität.

nereus, Freitag, 29.07.2022, 07:36 (vor 12 Tagen) @ Mephistopheles2079 Views

Hallo Meph!

Ich bin immer fasziniert von Deiner Sicht auf die Dinge. [[freude]]

Du schreibst: Hat da etwa irgendjemand gedacht, es gäbe ein Grundrecht, dass wir, wenn wir etwas benötigen und bezahlen können, auch damit beliefert werden? Gibt es nicht! Niemand ist verpflichtet, Ware, die er hat, auch zum Kauf anzubieten!

Eine Ware, die nicht zum Verkauf angeboten wird, verliert ihren Status als Ware.
Der Zweck des Handels ist nämlich Waren zu handeln.
Es wird auch niemand Waren produzieren, um diese nicht anzubieten, weil das sinnlos ist und das weißt Du auch.

Haben wir mal früher im Forum diskutiert, als es um den Wert des Geldes ging. Klar muss der Käufer bezahlen, wenn er einen Kaufvertrag abgeschlossen hat. Aber der Verkäufer ist nicht verpflichtet (nirgendwo in keiner Rechtsordnung), die Ware, die er hat auch zu verkaufen.

Nein, verpflichtet ist er nicht, aber wie zuvor bereits gesagt, erklärst Du eine Sache, die so keiner Erklärung bedarf.
Denn jetzt stoßen wir einmal zum Kern der Angelegenheit vor.

Wer das für Spekulation hält, hat nur im Geschichtsunterricht nicht aufgepasst, als es um die Französische Revolution ging. Wo etliche Bäcker vom revolutionären Pöbel aufgehängt wurden, einfach aus dem Grund, weil sie sich weigerten, den hungernden Massen Mehl zu verkaufen, unter dem Vorwand, sie hätten keines.

Wie war das damals?

Die Bäcker weigerten sich den HUNGERNDEN Massen ihr Mehl zu verkaufen.
Finde den Fehler!
Mehl herzustellen und es dann in den Säcken verrotten zu lassen ist, wie schon erwähnt, Schwachsinn.

Warum weigerten sich also die Bäcker?
Weil es um die Preise ging, die damals explodiert waren, einmal wegen Missernten und andererseits wegen Spekulation.
Deswegen hungerten die Massen, da ein Sack Mehl 24 Livres kostete, was einem Monatslohn entsprach.
Daher waren die Bäcker offenbar gezwungen den Brotpreis anzuheben, weil sie die Kosten nicht mehr rein bekamen, von diversen Spekulationen richtig Kasse zu machen, einmal abgesehen.

Wenn dann herauskam, dass der Bäcker doch Mehl hatte war er fällig für die Laterne. Später, als sich die Revolution immer mehr radikalisierte, traf es auch die, die tatsächlich kein Mehl hatten.

Tja, alles Gesetz und alle Moral sind im Arsch, wenn das Leben bedroht ist und es um die Existenz geht. Dann kennt der rasende Mob keine Grenzen mehr.
Da erhebt sich dann aber die Frage: Wie konnte es überhaupt so weit kommen?
Wetter-Unbilden kann man nicht beeinflussen, aber war es nur das?

Eine Missernte im Jahr 1788 und durch Überschwemmungen im Frühjahr 1789 auslöste Viehseuchen verdreifachte sich der Brotpreis innerhalb weniger Wochen. Zur Jahresmitte 1789 war Brot teurer als zu jedem anderen Zeitpunkt des 18. Jahrhunderts in Frankreich. Der Brotpreis machte mehr als die Hälfte der Ausgaben aus. Viele Menschen konnten sich Brot kaum noch leisten und hungerten.

Zeitgleich waren Getreidespeicher der weltlichen und geistlichen Grundherren gut gefüllt, weil der König Grundnahrungsmittel wie Brot hoch besteuerte. Sprichwörtlich für die damalige Arroganz des Adels ist ein der französischen Königin Marie Antoinette zugeschriebener Ausspruch: „Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie eben Kuchen essen“ ..

Quelle: https://www.brotexperte.de/brotkultur/brot-in-der-politik/

Mal abgesehen vom falschen Zitat der Königin, die ohnehin mit der Halsband-Affäre schon durch den „brüderlichen“ Dreck gezogen wurde, sehen wir was?
Hungernde Massen und gut gefüllte Speicher – ideale Voraussetzungen Unruhen zu erzeugen.
Was es alles so gibt?

Ich fresse einen Besen, wenn da nicht irgendwo nachgeholfen worden war.
In Russland hatte es auch zwei Anläufe gebraucht, um die kranken Ideen von kranken Geistern in die Tat umzusetzen.

Heute werden die modernen Umstürze offenbar mit Umweltschutz-Maßnahmen und ideologischen Giftspritzen erzwungen.

Wenn Du uns also schon Ökonomie erklären möchtest, dann sei doch bitte so gut, uns auch über die wahren Ursachen der Problematik zu informieren. [[zwinker]]

mfG
nereus


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