Mastfutter für die Unterschichten
Bei einem Vergleich von Produktion und Verbrauch von Nahrungsmitteln ist Deutschland auf den Import von Lebensmitteln angewiesen – der Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln liegt in Deutschland bei rund 88 Prozent.
Es wäre sicherlich nicht das Problem, diese Versorgungslücke von 12% zu schliessen. 25% der Lebensmittel werden weggeworfen, viele Menschen essen mehr als nötig.
Das Problem liegt an anderer Stelle, und genau da setzt Putin an, sehr anschaulich vorgebracht bei Rintrah:
Sowohl Russland als auch die Europäische Union produzieren genug Lebensmittel, um ihre eigene Bevölkerung zu ernähren. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen den beiden Ländern: Jüngsten Zahlen zufolge setzt Russland 20,8 Kilogramm Dünger pro Hektar Ackerland ein, während die Europäische Union 154,8 Kilogramm Dünger pro Hektar Ackerland einsetzt.
Dies führt zu erheblichen Unterschieden bei den Erträgen. In Europa werden 5.240 Kilogramm Weizen pro Hektar bewirtschafteter Fläche geerntet. Wir nutzen sehr wenig Fläche, um enorme Mengen an Nahrungsmitteln anzubauen. Russland hingegen erntet 2.616 Kilogramm Weizen pro Hektar Anbaufläche. Länder wie die Niederlande und Belgien stehen mit 8.318 bzw. 8.154 Kilogramm an der Spitze der Tabelle. Das Geheimnis unseres Erfolgs ist ganz einfach: Wir sind in hohem Maße von technologischen Tricks abhängig, um mit einem Minimum an Input ein Maximum an Lebensmitteln zu produzieren.
Und so gesehen ist die europäische Idee der Selbstversorgung mit Lebensmitteln ein Mythos. Wir produzieren unsere Lebensmittel nicht selbst. Wir sind in etwa so autark wie eine Studentin, die allein lebt, aber die Miete von ihrem Vater bezahlen lässt. Denn fragen Sie sich selbst: Woher kommt dieser ganze Dünger? Wir stellen ihn selbst her, indem wir Stickstoff aus der Luft fixieren. Aber was benutzen wir, um den Stickstoff zu fixieren? Wir verwenden Erdgas. Die Kosten für Stickstoffdünger sind im letzten Jahr um 263 % gestiegen.
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Ohne bzw. mit weniger Dünger sinkt die landwirtschaftliche Ausbringung um 30-50%. In diesem Fall liegt der Selbstversorgungsgrad nur noch bei 45-60%, bei gleichzeitig erheblich gestiegenen Kosten - die Preise werden sich verdoppeln. In anderen Worten, es blieben noch die Hälfte der benötigten Lebensmittel, zu doppelten Preisen.
Es wäre daher natürlich sinnvoll, die Düngerproduktion im Westen auch bei den gegenwärtigen Gaspreisen sofort auf Hochtouren laufen zu lassen, auch mit staatlichen Subventionen: das Endergebnis wären dann eventuell ebenfalls verdoppelte Lebensmittelpreise, aber bei gleichbleibenden Erträgen. Werden die grünen Morgenthau-Jünger hier also schnell umdenken, oder doch eher zusehen, um die Krise nicht zu verschwenden und die ökologische Landwirtschaft in einem grossen Sprung vorwärts zu bringen?
Es herrscht m.E. jedoch kein Grund zur Panik, solange Russland den Grossteil der landwirtschaftlichen Welt weiter beliefert. Dann wird lediglich Europa seine weiter bezogenen Importe umlenken müssen, und das importierte Sojaschrot-Mastfutter nicht mehr (zugunsten der Chinesen und der europäischen Unterschicht) energetisch unwirtschaftlich an Schweine im Stall verfüttern, sondern ohne Umweg direkt an die Hartz IV Klientel.
Gruss,
mp
PS: Es besteht dann natürlich die Gefahr, dass die Chinesen selbst die Schweinezucht stark ausbauen, und den Europäern das Mastfutter in Brasilien vor der Nase wegkaufen....