Netzregelung: Balkonkraftwerk-Erfinder Holger Laudeley hat Unrecht mit seiner These über die "Standardlastkurve"

paranoia, Die durchschnittlichste Stadt im Norden, Dienstag, 11.04.2023, 14:49 (vor 1054 Tagen) @ Mirko23237 Views

Hallo Mirko2,

Herr Laudeley hat Unrecht.

Die von ihm zitierte "Standardlastkurve" verändert sich durch den Anstieg von privater Einspeisung mit Balkonkraftwerken.
Die Energiewirtschaft hat das natürlich bemerkt und reagiert darauf.

In der alten Welt bestand die Unsicherheit im Ausgleich zwischen Energieangebot und Energieverbrauch nur auf der Seite des Verbrauchers. Die Energieerzeuger waren grundlastfähig und konnten im Rahmen ihrer technischen Begrenzungen herauf- und heruntergeregelt oder gar ein- oder ausgeschaltet werden.

Der Verbraucher war und ist die unsichere Größe, denn der hat nicht immer im Rahmen eines Tages-, Wochen- und Jahreszyklus gleich viel Strom verbraucht.

In der neuen woken, grünen Energiewelt ist aber auch die Energieerzeugung unsicher geworden.

Der Einfluss der Sonne auf die Stromerzeugung durch PV-Anlagen ist berechenbar.

Nicht berechenbar sind die Störungen in Form von Saharastaub und Morgennebel.
Ich wollte das vor fünf Jahren nicht glauben, aber Saharastaub und Morgennebel führen tatsächlich zu einem Prognosefehler.

Wenn der PV-Anteil in der Stromerzeugung weiter ansteigt, erhöht sich die Prognoseunsicherheit.

Ich weiß nicht, ob die Balkonkraftwerke Rundsteuerempfänger besitzen, mit denen der Netzbetreiber sie abschalten kann.
Wenn aber der Stadtteil Hannover-Südstadt vom Nettoverbraucher dank Balkon-Solar zum Erzeuger mutiert und die Netzfrequenz über 50 Hertz ansteigt, kann man die Südstadt auch einfach ganz abschalten.

Gruß
paranoia

--
Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung