Russia Today halt, Eigenaussage "Wir müssen aufhören zu lügen"
Hallo,
der Autor, Kai-Alexander Schlevogt, ist übrigens geboren in Bonn, wohnhaft in Berlin und CDU-Mitglied...und was RT angeht:
Putins Chef-Propagandistin: "Wir müssen aufhören zu lügen"
Hohn und Spott ergießen sich derzeit über Margarita Simonjan, der Chefredakteurin des umstrittenen kremlnahen Senders RT. Die bislang fanatische Kriegsbefürworterin warnte vor "irreversiblen Verlusten" und gelobte Besserung: "Auf allen Ebenen."
"Entschuldigung, was ist los?", zeigen sich ukrainische Medien verblüfft. In der Tat äußerst befremdlich, was sich derzeit in Russland abspielt, auf jeden Fall "unerwartet": Ausgerechnet die bisher flammendste Wortführerin des Kreml, Margarita Simonjan (42), präsentierte sich in einem Video in "Sack und Asche". Als Chefredakteurin des Propaganda-Senders RT ist sie verantwortlich für ein Programm, das von Halbwahrheiten, Manipulationen und Unterstellungen lebt. Jetzt sagte sie: "Wir müssen aufhören, auf allen Ebenen zu lügen, überhaupt überall in unserem Land: in Banken, Ministerien, Wehrdienststellen, Fabriken, Schulen, Universitäten, Medienorganisationen. Wir müssen aufhören zu lügen." Lügen führten stets zu "Fehlentscheidungen" und "irreversiblen Verlusten", so die Putin-Vertraute. Eine Unwahrheit könne zwar eine bestimmte Zeit "das Leben verlängern", danach werde man sich jedoch "in den Ellbogen beißen".
"Gegen die Ukraine hätte es geklappt"
Sie ist auch plötzlich sehr kritisch, was die Mobilisierung betrifft. Angeblich hat sie bereits tausende von Beschwerden über illegale Fälle von Rekrutierungen erhalten und wettert in Verkennung der Realität täglich gegen die Behörden: "Es ist unmöglich, innerhalb von zwei Wochen mit einem kleinen Trupp schnell mal gegen die NATO zu kämpfen. Gegen die Ukraine allein hätte es natürlich geklappt, und alles wäre jetzt vorbei." Die Militärs tadelte sie, weil sie "genau das Gegenteil" von dem täten, was die "Führung des Landes" wolle. Ein Hinweis auf die von Putin ausgerufene "Teil-Mobilisierung", die nach Ansicht auch von russischen Beobachtern in der Praxis eine Generalmobilmachung ist.
Auf Telegram wandte sich Simonjan mit der bemerkenswerten Botschaft an ihre Landsleute: "Unabhängig davon möchte ich einer echten Zivilgesellschaft zu ihrer Geburt gratulieren." Was sie damit genau meinte, bleibt vorerst im Dunkeln, sie dürfte jedoch auf die Proteste gegen "Auswüchse" der Mobilisierung anspielen.
"Sie kann doch nichts anderes"
Die echte und vermeintliche Kehrtwende von Simonjan blieb nicht lange unkommentiert. Der rechtsextreme Blogger Igor Strelkow schrieb auf Telegram: "Dem düsteren Gesichtsausdruck nach zu urteilen, versuchte Margoscha [einer der russischen Kosenamen für Margarita] sich selbst zu überzeugen. Aber wenn es ihr gelingt [nicht mehr zu lügen], was macht sie dann? Von ihren Ersparnissen leben? Sie kann doch nichts anderes als lügen."
![[[la-ola]]](images/smilies/la-ola.gif)