Die alles bestimmende Deadline wird durch fruchtbares Ackerland begründet

Dionysos, Dienstag, 12.04.2022, 19:25 (vor 1398 Tagen) @ el_mar4230 Views

Wer sich die Sendung "Scobel - Lebensraum Boden" ansieht, wird die Ereignisse der letzten zwei Jahre besser einordnen können. (58 Minuten)

https://www.3sat.de/wissen/scobel/scobel--schutz-fuer-das-oekosystem-boden-100.html

Ich fasse den Inhalt mal zusammen:

Fast 98 Prozent der menschlichen und tierischen Nahrung werden im Boden produziert. Der Mutterboden speichert und filtert die Überlebensressource Wasser. Ebenfalls wird Kohlendioxyd gebunden. Der Boden ist somit Klimarelevant.

Ein Meter fruchtbarer Boden benötigt im Schnitt 15.000 Jahre für seine Entstehung. Von dieser dünnen Erdschicht hängt alles Leben ab. Nur 12 Prozent der Festlandsflächen sind intensiv und weitere 22 Prozent sind bedingt ackerbaulich nutzbar.

Im Boden lagert sich bis zu 20x mehr Mikroplastik ab als in den Meeren. Als Hauptursache gilt Reifenabrieb und verunreinigter Biomüll.

Der Boden befindet sich bereits in einem Burnout-Prozess. Die Menschheit hat voraussichtlich noch 60 bis 100 Ernten unter diesen Bedingungen vor sich.

Daraus folgt: Renaturierende ökologische Landwirtschaft, Abkehr von Monokulturen, engen Fruchtfolgen, Massenproduktion, Abholzung, sowie Abkehr von Insektiziden, Pestiziden, Giften und Medikamentenbehafteter Gülle und hin zur Entstehung einer biologischen Vielfalt an Microorganismen im Boden zur Humusgewinnung.

Die Alternative wäre also eine biologische Landwirtschaft ohne Kunstdünger und synthetischen Pflanzenschutzmitteln. Das bedeutet allerdings eine Reduktion der Erträge um circa die Hälfte.

Soweit zur Sendung von 3sat.

Dem gegenüber steht ein weiterhin exponentielles Bevölkerungswachstum.

An dieser Stelle fahre ich mal mit einem Zitat von John Cusack aus meinem kürzlich verlinkten Hollywoodfilm fort.

Vor 100 Jahren lag die globale Population bei 1,7 Milliarden. Bei dieser Zahl konnten wir so dekadent und maßlos sein wie wir wollten. Bei 10 Milliarden müssen wir strategisch, bescheiden und selbstlos sein. Darin sind wir allerdings nicht so gut. Globale Erwärmung, Massensterben der Arten, Wasser- und Nahrungsmangel, alle die Probleme kann man auf einen Faktor zurückführen: Überbevölkerung. Wenn wir jetzt sofort nichts tun, wird unsere Welt in 10 Jahren mit außergewöhnlichen Entbehrungen zu kämpfen haben und alle führen Krieg gegen alle.

Gruß
Dionysos

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Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.


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