Danke für die Zahlen, da ist natürlich was machbar, Türen zu, Solarthermie

Ankawor, Donnerstag, 31.03.2022, 12:07 (vor 1555 Tagen) @ Ötzi3960 Views

Wie schon oft in diesem Forum diskutiert, führt ein längerwährender Stromausfall zum totalen Zusammenbruch unserer Zivilisation.

Das ist immer noch für viele Leute schwer zu verstehen. Ich las gerade ein Umfrageergebnis, demzufolge über 50 % der Leute auf russisches Gas verzichten wollen, auch wenn sie dafür frieren müssen. Sie wissen halt nicht, dass es um viel mehr geht als frieren. Ich habe einige aufgeklärt, die wurden recht nachdenklich.

Um den Stromausfall zu verhindern, müssen zumindest die Gaskraftwerke weiter laufen (Dunkelflaute...)

Habeck weiß das wohl offensichtlich schon.

55% Erdgas wird aus Russland importiert
Vom Gesamtverbrauch Erdgas entfallen auf:

Gaskraftwerke: 20%
Industrie: 30% (davon große Teile überlebenswichtig)
private Haushalte: 50%

Widerum knapp 50% der privaten Haushalte werden mit Gas beheizt, einige weitere Prozent mit Strom, da steckt auch wieder Gas mit drinnen.

Daraus lässt sich leicht folgendes ableiten:
Unser Leben wie bisher weiter zu führen, wird nur funktionieren, wenn viele Millionen Privathaushalte, die mit Gas oder Strom beheizt werden, den Winter über unbewohnt bleiben. Wir müssten also Wohngemeinschaften bilden. Dann würde alles andere weiter funktionieren wie bisher. Es wäre die einzige Chance für ein "weiter so", aber in unserer individualisierten Gesellschaft nicht vermittelbar...weswegen es ziemlich düster aussieht, wenn Putin uns das Gas abdreht.

Deinen Zahlen nach ist die Hälfte des orangefarbenen Tortenstücks auf dieser Grafik (Energieverbrauch in Haushalten)

[image]
http://autark-heizen.de/rc_images/energieverbrauch.jpg

Gasverbrauch zum Heizen.

Wie hoch wäre die Gaseinsparung, wenn man nicht deinen Vorschlag umsetzen würde, Wohnungen leer und unbeheizt stehen zu lassen, sondern sich konsequent auf das Heizen der Räume beschränkt, die genutzt werden. Fast überall ist doch sogar der Hausflur warm, und sicher auch einige Zimmer, die durch dichtes Verschließen der Zimmertüren auch kalt bleiben könnten. Kontrollieren und durchsetzen könnte das natürlich keiner, das ginge nur durch die von dir erwarteten Verteuerungen.

Dann ist da noch das auch nicht ganz kleine blaue Tortenstück, das warme Wasser. Der Verbrauch dafür dürfte unabhängig von der Jahreszeit immer ziemlich gleich sein. Von März bis Oktober kann das Warmwasser problemlos durch Sonnenkollektoren auf dem Dach erwärmt werden, was wesentlich effizienter ist als PV.

PS: Es gibt sogar Sonnenkollektoren, die von begabten Bastlern selbst gebaut und installiert wurden. Ein Horror für alle Subventionsgeber und -nehmer. Und wegen Denkmalschutz darf ich sowas auf meinem ideal geeigneten Dach überhaupt nicht anbringen. Ich erwarte, dass sich die Denkmalschützer mit weiterer Verschärfung der Gaslage stark entspannen werden.


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