Gasnotfall wenn Russland den Gas-Hahn zudreht?

Ankawor, Mittwoch, 30.03.2022, 22:27 (vor 1412 Tagen) @ Manuel H.4789 Views

In der Wirtschaftswoche wurde berichtet, wie bei einer Krisenmanagementübung der zuständigen Stellen diese Katastrophe vor vier Jahren geprobt wurde. Der Artikel war nur kurz online und verschwand dann hinter der Bezahlschranke. Daher hier eine kurze Zusammenfassung für das werte Forum.

Wie heftig die Krise werden könnte, zeigt die Lükex-Übung von 2018. An zwei Tagen wurde der Versorgungsnotfall geprobt, von acht Bundesministerien und zahlreichen Behörden sowie Unternehmen wie BASF, Thyssengas usw.

Kein Brot, kein Fleisch, keine Milch
Der Engpass verschärfte sich rasant mit dramatischen Folgen, wie die 92-seitige Auswertung der Übung zeigt. Lebensmittel knapp, Gesundheitsversorgung eingeschränkt, Industrie und Privathaushalte betroffen.

Die Auswertung zeigt konkret, was Habeck nur angedeutet hat. Bemerkenswert ist, dass viele der damals erkannten Probleme bis heute nicht beseitigt sind.

Ein andauernder Engpass für die Lebensmittelversorgung wäre besonders fatal. Im Fall eines Gasstopps könne die Produktion teils nur für ein bis zwei Tage aufrechterhalten werden.

Brot und Milchprodukte könnten temporär knapp werden. Wann wären die Lagerbestände erschöpft? Keiner weiß es.

Dramatisch die Folgen in Krankenhäusern, Pflege- und Seniorenheime und Dialyseeinrichtungen über einen längeren Zeitraum.

Welche Krankenhäuser könnten autark betrieben werden? Darüber gibt es keine Informationen

Wie sich ein Engpass auf die Daseinsvorsorge auswirken würde, konnte nicht bewertet werden.

Großflächige Evakuierungen der Städte werden notwendig. Menschen müssten in (nicht vorhandenen, meine Anm.) Notunterkünften über einen längeren Zeitraum untergebracht werden, Wochen bis Monate lang.

Werden Lebensmittelbetriebe priorisiert? Das Wirtschaftsministerium sieht sich nicht zuständig. Wirtschaftsministerium und Bundesnetzagentur erklären, in einem kontinuierlichen Austausch zu stehen = Es ist nichts passiert.

Wurden zumindest öffentliche Gebäude erfasst, die als Wärmeinseln im Fall großflächiger Evakuierungen genutzt werden könnten? Wirtschaftsministerium und Netzagentur erklären sich als nicht zuständig.

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Soviel zum Inhalt des Artikels hinter der Bezahlschranke:
https://www.wiwo.de/my/politik/deutschland/habeck-ruft-fruehwarnstufe-aus-notfallplan-g...

Es ist wohl an der Zeit, noch einmal die Aussagen des
Professors Dr.-Ingenieur Peer Rechenbach, Abteilungsleiter für Katastrophenschutz in der Behörde für Inneres in Hamburg auf seinem Vortrag zu Extremwetter, Blackout und Resilienz zu zitieren:

Wenn wir über Resilienz sprechen, sind SIE gemeint.

Wie gut sind SIE auf einen tagelangen Blackout vorbereitet?

Haben SIE einen Plan?

Haben SIE mit Ihren Nachbarn besprochen, welche Tiefkühltruheninhalt zuerst verspeist wird?

Man muss sich VORHER vorbereiten.

Die Bundesregierung ist NICHT zuständig - SIE haben kein Licht.

SIE können nicht telefonieren.

IHRE Heizung geht nicht.

Von http://borso.info/a13.html


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