Kann ich bestätigen. Ich war nach der Wende 12 Jahre regelmäßig dort und habe gesehen, was alles kaputt war. Wurde alles mit viel Geld aus dem Westen saniert.

Olivia, Dienstag, 08.03.2022, 16:51 (vor 1433 Tagen) @ DT3044 Views

Ich hatte so etwas früher noch nie gesehen und konnte es kaum glauben. Es sah in Berlin und Dresden aus wie nach dem Krieg. Es wurde mit Kohle geheizt und dem Gestand konnte man nirgends entkommen. In den Hotels konnte man die Heizungen oft nicht regulieren und mußte die Fenster öffnen um zu temperieren. Viele der Kinder litten offenbar an Atemwegserkrankungen. Alles war von einer "Staubschicht" überzogen. Ich mochte keine Werbung, aber dort freute ich mich über jeden bunten Marlboro-Sonnenschirm. Die Menschen waren sehr freundlich und die Menschen taten mir sehr leid wegen dem, was man mit ihren Städten gemacht hatte.
Ich hatte mir auch einige Fabriken angeschaut. Wenn man nicht vorhatte, als "Halsabschneider" tätig zu werden, konnte man da nicht investieren. Ein britischer Bekannter hatte mich gefragt, ob ich ihm etwas empfehlen könne. Nachdem ich in Frankfurt a.d. Oder war, habe ich ihm empfohlen, nicht zu investieren. Er war Mittelständler und es hätte möglicherweise seinen Ruin bedeutet. Dadurch, dass viele "normale", mittelständische Unternehmer aus Selbstschutz absagten, war das Feld frei für alle möglichen Ganoven und Halsabschneider.

Ich habe auch mitbekommen, wie Mittelständler aus dem Osten, die sich gerade selbständig gemacht hatten, insolvent wurden, weil die Behörden, für die sie Aufträge erledigten, bis zu einem Jahr oder länger nicht zahlten. Und ich habe viele, ostdeutsche Freelancer mitbekommen, die viel arbeiteten, sich etwas aufbauten, Lebensversicherungen abschlossen und plötzlich von westlichen "Weltverbesserern" gezwungen wurden, für JAHRE ganz alleine Sozialbeiträge nachzuzahlen. Rückwirkend selbstverständlich (so etwas passierte mir später auch im Westen durch die irren, nicht durchdachten Entscheidungen von LaFontaine, die 10 Jahre später erst gerichtlich revidiert wurden).

Mir wurde damals ein wunderbares Seegrundstück direkt neben dem Schloß Cecilienhof angeboten. Ich hätte mehr als 100 Menschen einstellen müssen, die nicht die Ausbildung hatten, die man brauchte, um das Ganze finanzieren zu können. Ich habe abgesagt. Bereits damals war absehbar, dass es sehr viel Zeit und sehr viel Geld brauchen würde..... oder einen "Halsabschneider"....

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