Das erscheint mir unplausibel.
Wieso sollte der Leitzins diese Wirkung entfalten? Wenn die Kaufkraft der Lira sinkt, was ja üblicherweise mit "Inflation" gemeint ist, dann liegt das entweder an einem Überangebot an Geld (im breiteren Sinn, auch Guthaben auf Geld sind mitgemeint) oder an einem Unterangebot von Waren und Dienstleistungen.
Wenn die türkische Regierung angebotsseitig nichts tun kann, dann sollte sie das Geld verknappen, wenn sie den Geldwert stabilisieren will. Das geht in der Tat eher mit hohen als mit niedrigen Zinsen. Einerseits kann man mit Geld, das man als Zinsen gezahlt hat, nicht mehr einkaufen gehen, und andererseits sind bei hohen Zinsen die Menschen eher geneigt, Kredite schnell zurück zu zahlen. In einem Geldsystem mit Giralgeldschöpfung führt das zu einer Reduzierung der Geldmenge, was kaufkraftstärkend wirken sollte.
Ich bin kein Profi, aber für mich macht die Erdogansche Geldtheorie keinen Sinn.
Gruß,
Naclador