Weitere Ergänzungen
Auch hier, sehr gut beschrieben! Ich möchte es ergänzen:
Dito
Ein Haufen Kapital allein, egal ob Finanz- oder Sachkapital (= Produktionsmittel), kann niemals ein Unternehmen oder eine Unternehmung sein. Es ist ein Haufen toter Sachen und kann Nichts produzieren. Ein Haufen Kapital oder ein Kapitalgeber (Investor) wird ein Teil'! oder ein Teilnehmer eines Unternehmens ERST durch die darin tätige Arbeitskraft. Nur die Arbeitskraft kann irgendetwas produzieren, und zwar sowohl das Kapital als auch die Produkte.
Die Arbeitskraft (sowie die übergeordnete "Natur") war und ist der Erschaffer aller Produktionsmittel und aller Produkte von Wirtschaftstätigkeit. Daraus folgt für mich zwingend, dass die Arbeitskraft in jedem gesellschaftlichen Werteskala höher stehen muss als das Kapital, was auch praktische Konsequenzen haben muss. Das ist das eine.
Der Kapitalgeber gibt nicht nur sein Kapital her. Er setzt es aufs Spiel. Er entscheidet, was überhaupt der Tätigkeitsinhalt der gemeinsamen Unternehmung sein soll, wählt und und strukturiert die Realisierung, und zwar auf eigenes Risiko. Die Arbeitskraft erschafft keineswegs allein alle Produktionsmittel und Produkte von Wirtschaftstätigkeit, ebensowenig wie die Bauarbeiter alleine ein Gebäude erschaffen. Ohne Bauarbeiter entseht kein Haus, aber ebensowenig entsteht es ohne Bauherrn oder Architekt (zumindest in der arbeitsteiligen Marktwirtschaft)
Es ist ein Irrtum zu glauben, dass die Verwaltung bzw der Entscheidungsprozess hinsichtlich des Einsatzes von Kapital = die entscheidende Lenkungsfunktion wirtschaftlicher Tätigkeit keine qualifizierte Arbeit darstellt.
Zweitens, die Produkte jedes Unternehmens, egal ob Waren oder Dienstleistungen, enstehen aus einer "Fusion" (= Einsatz und Verbrauch) von Kapital und Arbeitskraft. Daraus folgt für mich, dass das Produkt jedes U. selbstverständlich Eigentum sowohl der Kapitalgeber als auch der Arbeitserbringer zu sein hat .. und damit auch die dafür erzielten Erlöse, prinzipiell zu gleichen Teilen. Welche praktischen betriebswirtschaftlichen Konsequenzen auf der Unternehmensebene das haben könnte und sollte, dafür habe ich konkrete Lösungen = Stichwort: paritätische Mitbestimmung & Ergebnisbeteiligung von Kapitalgebern UND Arbeitserbringern.
Übersehen wird so aber, dass die Kapitalgeber im Gegensatz zu den anderen Arbeitserbringern per se keinerlei Einkommen aus den Erlösen erhalten. Sie erhalten Einkommen ausschliesslich aus dem Ergebnis. Einë Parität müsste also auch beinhalten, dass die Kapitalgeber ebenfalls ein Einkommen aus den Erlösen erzielen.
Und viertens, was ich noch erwähnen möchte: ist das private Eigentum an wirtschaftlich verwertbarem Grund & Boden (mit allem drauf und drin) in wenigen Händen. Auch hier haben wir ein weiteres dickes "Eigentumsproblem" im Kapital'Ismus**.
Vermögenskonzentration ist eine Funktion des Systems. Sicherlich könnte man durch neue Spielregeln innerhalb des Systems diese Konzentration vermindern oder verlangsamen. Dabei wäre dann zu fragen, ob man den Anreiz zu erfolgreicher Lenkung sämtlicher Wirtschaftstätigkeit verringern will (Kapitaleinkommen aus wirtschaftlicher Tätigkeit) oder aber ob es nicht andere Mittel gibt, die Bildung von Kapitalimperien zu unterbinden (zb Vermögenshöchstgrenzen, Erbschaftsfolgen unterbrechen usw).
Die Frage selbst ist nur ein untergeordnetes, praktisches Problem. Ein Blick in die Geschichtsbücher legt nahe, dass dies früher oder später gelöst wird...und danach das Spiel wieder von vorne beginnt.
Um einem Missverständnis vorzubeugen: Ich plädieren NICHT für eine kommunistische Staatswirtschaft. Ich plädiere für eine Soziale Marktwirtschaft, anstelle des Kapital'Ismus**. Dafür kann ich zahlreiche praktische Lösungen anbieten.
Die soziale Marktwirtschaft wird es in den Phasen Frühling bis Spätsommer des neuen Durchlaufs wieder geben. Jetzt steht erst einmal der Winter vor der Tür, und die Staatswirtschaft wird weiter zunehmen, egal wie sie sich nennt (kommunistisch, faschistisch, feudalistisch, ökologisch, global-humanistisch o.a.). Erkennbar daran, dass der Staat zunehmend anstelle der Verbraucher festlegen wird, welche Güter nachgefragt werden. Die Marktwirtschaft wird da vielerorts stark oder ganz unter die Räder kommen.
Gruss,
mp