Ich gehe mal von meinen Erfahrungen aus

helmut-1, Siebenbürgen, Samstag, 06.03.2021, 05:05 (vor 1763 Tagen) @ DT4092 Views

Ob prophet einen Müll schreibt, weiß ich nicht, aber ich bin ein lebenslanger Daimlerfahrer.
Mein 1. Daimler war der W 110, 190er Benziner mit Automatikgetriebe, vorne durchgehende Sitzbank und Lenkradschaltung, und deshalb für 6 Personen zugelassen. Als mir die Automatik anfing, Mucken zu machen, habe ich den verkauft. Hätte ich das lieber nicht getan. Der hatte damals noch 1mm Blech.

Nach und nach gabs verschiedene, W 116, W 126, aber da habe ich keine Erfahrungen mit dem Blech gemacht. Der eine wurde mir geklaut, den anderen habe ich verkauft, dann gabs auch andere verschiedene wie W 114 usw. Geblieben sind mir als PKW derzeit zwei: W 201 und aus der 123er Baureihe der TE 280. Der 201 ist mein tägliches Baustellenauto (verbraucht als Diesel nur 5,5 lt), der andere ist mein Langstreckenauto, weil ich auch nach längerer Fahrzeit da keine Rückenprobleme bekomme. Klar verbraucht der 2,8 lt Benziner einiges, deshalb wird er jetzt auf Gas umgerüstet.

Als Transporter hatte ich mehrere, meist aus der 207er und 208er Serie, und genauso aus der 307 und 308er Serie. Genauer gesagt 601er, also die Serie, die vor dem Sprinter gelaufen ist. Benziner, Diesel, Busse, Pritsche, egal. Habe ich auch noch den ersten, den ich gekauft habe (Bj. 1977) und den letzten (Bj. 1994) in Betrieb. Nicht umzubringen, sind wesentlich besser und nicht so anfällig wie die Sprinter.

Aber nun zum Blech. Bei den PKWs stimmt das schon, so nach 20 Jahren fängts an. Beim 201er konnte ich irgendwann die Füße beim Fahrersitz durch den Unterboden auf die Straße stellen. Hab mir dann einen anderen gekauft und den sparsamen Motor vom anderen dort eingebaut, - das selbe mit dem Unterboden kam auch beim anderen nach einiger Zeit. Da wars sogar einer der Längsträger, der abgerostet war. Auch der TE 280 muss überarbeitet werden, gewissermaßen als General-Karosserie-Überholung. Da sind auch die Türen dran, etc.

Natürlich bleibt das auch bei den Transportern nicht aus, insbesondere der Einstieg, usw. Stellt sich die Frage, ob das bei anderen genauso oder noch schlimmer wäre, - da habe ich keine Vergleichsmöglichkeit. Evtl. kann man das noch mit den Golf 2 vergleichen, da habe ich auch welche. Da ist das nicht so frappant.Bei meinen T2 und T3-Bussen von VW wars aber genauso, die habe ich alle abgestoßen. Hat mich geärgert, weil die Ersatzteilvorhaltung bei VW zeitlich begrenzt ist. Nach einem gewissen Zeitraum von Jahren läuft das einfach aus.

Das ist der Vorteil beim Daimler. Wenns eng wird, und ich bekomme irgendwas Bestimmtes nicht beim Schrottler, dann krieg ich es immer noch bei Daimler, - hat sich erst bei einem Motorteil bei dem Transporter Bj. 1977 herausgestellt.Verschleißteile sowieso, auch noch die Einstiege für die Transporter (geben als Erstes den Geist auf) bekomme ich sogar über den Zubehörmarkt.

Also, dass ein Daimler keine Rostprobleme bekommt, auch nach Jahren nicht, das halte ich für ein Gerücht. Natürlich kommts auch darauf an, wie man die Autos pflegt. Letzteres ist bei uns nicht so der Fall. Die stehen in keiner Garage, sondern im Freien, sind eben Gebrauchsgegenstände, die auch im Winter nach Salzfahrten nicht gewaschen werden. Dass ich mal einen Unterbodenschutz neu aufgetragen habe, das war eher die Ausnahme.

Trotzdem werden die Fahrzeuge geschweißt, überarbeitet, etc, weil ich von den Vorteilen überzeugt bin. Ich kaufe mir kein neues Modell, und zwar aus dem einfachen Grund: Ich habe keine Lust, irgendwo mal - entfernt von zuhause - mit einer Motorpanne stehen zu bleiben und mir nicht selbst helfen zu können. Dann wird man in irgendeine Fachwerkstatt geschleppt, der holt dort sein Laptop heraus, schließt es an und erzählt einem dann, was daran kaputt ist und was man wechseln muss.

Egal, ob ich das glaube oder nicht, egal, ob das Ding dann auch wirklich gewechselt wird, - ich muss das bezahlen, und das ist nicht gerade billig. So aber gibts bei uns in Siebenbürgen noch gute Mechaniker (keine "Ersatzteil-ein-und ausbauer", denke, dass der Unterschied klar ist). Der hat kein Laptop, aber seine Augen und vor allem seine Ohren. Für jedes Auto habe ich mindestens eine Gitterbox mit Ersatzteilen am Lager, von anderen, die ich selbst ausgeschlachtet habe. Logisch, sind die Preise für die Dinge, die man "nebenher" gemacht bekommt, noch günstig.

Mein Jüngster hat für das Wechseln der Bremsbeläge (vorne) bei seinem SUV- Volvo ca. 350 € hingelegt (Fachwerkstatt Volvo), mich hat das beim 3er Golf in Rumänien (umgerechnet) ca. 25 € gekostet (beim Hausmechaniker).


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