Interessanter Ansatz

mh-ing, Freitag, 31.07.2020, 13:17 (vor 6 Tagen) @ Mephistopheles343 Views

Ich gehe stark davon aus, dass das eine von Spengler "Untergang des Abendlands" Ansicht ist. Ich habe das Buch noch nicht gelesen, werde es aber noch tun.

Der Ansatz ist, dass eine Großmacht nur in der Lage ist, eine so große Machtblase in der Welt zu entwickeln, dass innerhalb dieses Bereichs ein Handel über längere Strecken hinweg möglich ist. Eine mulipolare Welt aus vielen Spielern ist dazu nicht in der Lage, da jene sich gegenseitig blockieren und im Kampf gegeneinander dann der Handel gesamt zusammenbricht.

Beispiele hierfür sind vielfältig genannt.

Jedoch ist m.E. aktuell die Sachlage doch differenzierter zu sehen:
- Früher konnten die Länder für sich agieren und leben. Wegen dem Bedarf an Rohstoffen ist aber der Zwang höher und wesentlich für das Überleben der einzelnen Länder/Gruppen
- Auch im Handel würden all die Länder sich nun blockieren, wenn es keinen gäbe.

Wenn man nicht annimmt, dass wir in die vorindustrielle Zeit zurück fallen, dann erzwingt die Notwendigkeit, dass gegenseitig ausgehandelt werden muss, wie der Handel ohne der Dominanzmacht USA gestaltet wird. Zudem ist zu beachten, dass eben die USA in dieser Rolle mehr als nur wenig unfair für viele Beteiligten tätig waren.

Die Frage ist daher (GEAB2020 hat diese Fragestellung häufiger), ob der Übergang von der USA-Dominanz zu einer mulipolaren Welt gelingt oder nicht. Aus meiner Sicht ist das gerade ein gravierender Prozess und noch ungewiss, ob das klappt.

Zu beachten ist auch, dass frühere Epochen (Bronzezeit) auch florierenden, internationalen Handel hatten, jedoch auch ohne diese Großmacht.
Diese Fragestellung ist auch hinsichtlich der Aufstellung der Länder selbst wichtig. Die USA, Russland, Brasilien und noch wenige Länder mehr haben Größe, Recourcen und Bevölkerung, um eine Eigenständigkeit zu erhalten. Den anderen bleibt nur sich in Bündnissen zu sichern. China z.B. hat keine Rohstoffe und ist daher sehr kritisch zu sehen. Wie Japan im 2WK ist es sehr schnell in eine schwierige Lage zu bringen.

"Gut so" finde ich aber dennoch den Abgang der USA (wenn er denn stattfinden wird), weil deren Kultur, deren Recource m.E. aufgezehrt ist und außer Durcheinander der Welt nicht so viel mehr bringt. Was aber die neue Welt bringen wird, darüber ist gut zu spekulieren.


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