Tschuldigung; mal was debitistisches: Rückzug der USA = Ende des Welthandels

Mephistopheles, Datschiburg, Donnerstag, 30.07.2020, 10:44 (vor 16 Tagen) @ mh-ing1355 Views

Ich verstehe die USA völlig, weil aus deren Sicht das, was Deutschland militärisch leistet, ein Witz ist. Deutschland verweigert sich als Hilfstruppe politisch und ist praktisch völlig unfähig so etwas zu sein. Man investiert zu wenig und das, was da investiert wird, bringt nichts. Daher -um den Druck zu erhöhen - müssen die USA abziehen.

Das Jammern in Deutschland hat nichts mit dem Militärischen zu tun. Wenn die USA abziehen, die Truppen reduzieren, wirft das Fragen auf, die man in D nicht gerne stellt. Nämlich:
- Wer ist denn der Feind? Wer ist der Freund?

Darum geht es nur sekundär. Die Frage ist zunächst: Mit wem kann man Handel treiben, wohin kann man exportieren, woher kann man importieren?

Das deutsche Wirtschaftswunder der 50er des vergangenen Jahrtausends wurde alleine dadurch ermöglicht, dass die USA die Handelsrouten offenhielten und sich die Sowjets nicht getrauten, diese zu stören.

- Was und wie verteidigen wir gegen den bzw. mit wem zusammen?

Die Nato ist im Zerfall und das wird damit noch offenbarer als bislang (Türkei zeigt das vielfach deutlich).

Ich persönlich finde den Rückzug der USA gut, weil deren Funktion hier nicht passt. Der 2WK ist vorbei und wie Russland sollten die längst nach Hause gehen, ihre Kriege selbst führen und nicht Deutschland (Ramstein usw.) als Operationsbasis dafür nutzen.

Auf deutsch: Jede auch nur potentielle Störung des Welthandels haben die USA SOFORT! und UNMISSVERSTÄNDLICH! MIT EINER MILITÄRISCHEN aKTION BEANTWORTET, so dass auch irgendwelche Zweifel an der Durchsetzungsfähigkeit der USA erst gar nicht aufkommen konnten.

Aber es muss auch klar sein, dass dann die Verteidigungsfrage neu gestellt und europäisiert wird. Für Merkel und Co ist das letztlich ein Zuspiel, weil die dann das Thema hin zu einer europäischen Armee umformulieren. Ziel und Agenda ist die Auflösung des Nationalstaats hin zum Superstaat EU und jede Krise/jedes Problem wird daher nur in dieser Version angegangen.

Daher wird niemandem hier in D dieser Rückzug etwas bringen. Man wird die Truppen dann durch anderen Truppen letztlich ersetzen und dann aber noch ganz andere Regelungen (Einsatz gegen Bevölkerung) finden.

Europa muss nicht verteidigt werden, da es von niemandem bedroht wird. Allerdings kann die EU den freien Welthandel nicht garantieren. Die Royal Navy täte das gerne und hat das nach Trafalgar auch getan, aber Selber schuld, da haben sich die Europäer durch 2 Weltkriege selbst ausmanövriert.

Deutschland hätte eine Option gehabt mit der Seidenstraße, aber dazu war Willem II zu doof und das wäre nur mit Russland gegangen. Jetzt bekommen wir die Seidenstrrasse andersrum und zwar von China. Glaube aber nicht, dass die das aus reiner Menschenliebe machen.

Freier Welthandel ist sowieso eine Ausnahmeerscheinung und IMMER! an die Dominanz einer überlegenen Macht geknüpft. Bei dieser Macht muss gewährleistet sein, dass sie bei jeder Störung des Handels sofort militärisch interveniert.

Betrachten wir es einmal historisch: Die Griechen haben den trojanischen Krieg geführt, um freien Handel ins Schwarze Meer zu haben. Ja, ich weiß, es ging um irgendeine Tussi, die ein trojanischer Fürstensohn einem griechischem Häuptling ausgespannt hat.
Aber seitdem war der Weg ins schwarze Meer frei und sie . Seit der Schlacht von Salamis war das westliche Mittelmeer für die Griechen eine Freihandelszone und sie konnten Handel treiben und griechische Kolonien gründen. Seit den den karthagischen Kriegen war das westliche Mittelmeer für die Römer frei und das Bauerndorf Rom konnte erstmals Handel treiben. Nachdem die Hellenen besiegt waren, war das ganze Mittelmeer eine Freihandelszone und Paulus konnte seine Mission in den Städten rund ums Mittelmeer beginnen.
Nach dem Zusammenbruch des römischen Reichs kam der Handel und der Islamisierung kam der Handel übers Mittelmeer praktisch zum Erliegen. Der wurde erst von den Kreuzfahrern wieder eröffnet; allerdings konnten die Kreuzfahrerstaaten sich nur bis Malta behaupten. Der Rest war immer von islamischen Piraten bedroht. Erst die Royal Navy garantierte die Handelsfreiheit im Mittelmeer zusammen mit den Amis ab dem 19. Jh.

Eröffnet wurde der internationale Handel nach der Islamisierung Nordafrikas erst wieder durch die Hanse und zwar nach Osten, also das heutige Russland. Das wurde jedoch bereits nach wenigen Jahrhunderten von den Mongolen unterbunden.

Bevor Russland oder gerade als Russland sich von den Mongolen mit Zar Iwan dem schrecklichen freigekämpft hatte, wurdde jedoch Amerika entdeckt. Danach hatten wir Freihandel - bis jetzt.

Mit dem Niedergang der USA ist das vorbei. Ich glaube kaum, dass China Interesse hat deren Nachfolger zu werden. Die sind nur an ihrer Seidenstraße interessiert, also an ausschließlich von China kontrolliertem Handel.

Gruß Mephistopheles

--
Wenn wir nicht das Institut des Eigentums wiederherstellen, können wir nicht umhin, das Institut der Sklaverei wiederherzustellen, es gibt keinen dritten Weg. Hillaire Belloc


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung

Wandere aus, solange es noch geht.