Die südlichen Länder der BRD (BW und Bayern) unterscheiden sich strukturell sehr stark von NRW.

Olivia, Sonntag, 03.05.2020, 18:37 (vor 2109 Tagen) @ Dieter3821 Views
bearbeitet von Olivia, Sonntag, 03.05.2020, 18:43

Die südlichen Länder der BRD hängen wirtschaftlich und touristisch erheblich mehr an den südeuropäischen Staaten. Der Austausch von Menschen, Waren und Dienstleistungen ist sehr hoch. Der Chef des Großmarkts in München äußerte sich im Zusammenhang mit Corona in etwa so: "Wenn wir kein Gemüse/Frischwaren aus Italien mehr bekommen, dann gibt es halt Dosenkost".

Indirekt könnte man sogar sagen, dass es mit dem "Wohlstandsgefälle" zusammenhängt.
Sowohl Bayern als auch Baden-Württemberg haben eine große Anzahl z.T. hochinnovativer mittelständischer Firmen, die weltweit agieren.

Wir haben in Bayern - wie bekannt - den ersten Fall einer Corona-Infektion durch Businessreisen importiert (Webasto). Webasto ist nicht die einzige mittelständische Firma in den südlichen Regionen, die internationale Geschäftskontakte unterhält.

Abgesehen von den Geschäftskontakten (u.a. Infektionen in Bayerischen Hotels, in denen Tagungen mit italienischen Teilnehmern stattfanden) hat "Bayern" auch einen hohen Freizeit-Lifestyle. Viele Leute verdienen gut und leisten sich neben den Sommerurlauben auch noch Skieurlaube oder Wochenendurlaube. Das ist durchaus üblich und betrifft nicht nur München, sondern auch die kleineren Städte im Umland.

Wochenendreisen nach Milano, Venedig, Bozen etc. sind durchaus "normal". Auch die "Familienbande" sind länderübergreifend.

Als das "Drama von Ischgl", das ja große Teile von Europa infizierte, bekannt wurde, haben die Bayern umgehend "Drive-Ins" zum Testen installiert. JEDER, der in einer der "verdächtigen" Regionen war, konnte sich kostenlos testen lassen. Die Leute haben das auch sehr intensiv wahrgenommen. Aber es waren/sind aufgrund der o.g. Verpflechtungen sehr viele. Hier in Bayern waren daher zunächst die JUNGEN betroffen, die im Geschäftleben standen und in der Freizeit sehr aktiv waren. "Rückkehrend von Ischgl" gings dann abends nach Geschäftsschluss in die Bars.....

Und "unsere" Quarantäne habe ich ja an anderer Stelle bereits beschrieben. Die war als eher "italienisch" einzuordnen, allerdings nicht so streng.....

Wir haben ca. 10.000 mehr Infizierte als NRW und BW. Dabei fast 5 Mio weniger Einwohner als NRW und ca. 2 Mio mehr als BW.

Wenn du dir die Auflistung für Bayern anschaust, dann wirst du sehen, dass das "Virus" sehr "gleichmäßig" verbreitet ist, z.T. mit hohen Fallzahlen bezogen auf 100.000 Einwohner. Die Provinz hat teilweise exorbitante Fallzahlen. Bayern hat bald 2.000 Coronatote. München alleine hat so viele Infizierte wie ander Bundesländer insgesamt.

Ich schätze, dass wir ohne die "Restriktionen" hier bereits ein ziemliches Chaos hätten. Ein Glück, dass das Oktoberfest abgesagt wurde, die Messen und die Fußballspiele. Da hätten wir dann auch "stille Corona-Botschafter" in die ganze Welt schicken können (wie Wuhan).

Ob das die einzigen Gründe für die hohen Fallzahlen sind.... wer weiß. Für mich sind die Überlegungen jedenfalls einigermaßen plausibel.

Aber dadurch sieht man auch, dass hier die Situation völlig anders ist, als in NRW.
Die Bayern geben das Geld aus, das sie verdienen. Die BW "sparen" wohl etwas mehr... wer weiß das schon? :-))

Viele Grüsse aus dem "schönsten Land der Welt" - Corona hin oder her! :-)

https://www.lgl.bayern.de/gesundheit/infektionsschutz/infektionskrankheiten_a_z/coronav...

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