Jetzt ich ;-)

nereus, Dienstag, 17.03.2020, 10:00 (vor 2154 Tagen) @ trosinette2153 Views

Hallo trosinette!

Du schreibst: Der Debitismus versucht, so unvoreingenommen, wissenschaftlich und objektiv wie möglich zu beschreiben, wie Geldwirtschaft funktioniert. So wie der Zellbiologe beschreibt, wie eine Zelle funktioniert. Dabei gibt es keine goldenen Kälber. Goldene Kälber treten erst auf den Plan, wenn man erklärt, wie etwas, den eigenen Wunschvorstellungen gemäß funktionieren sollte.

Im Großen und Ganzen kann man da zustimmen, wenn da das Wörtchen „wenn“ nicht wäre.

Die Geldwirtschaft drängt, aufgrund der Nachschuldnerproblematik aus sich heraus zur Optimierung, Rationalisierung und Globalisierung.

Die Nachschuldnerproblematik existiert in der Tat, aber das die Geldwirtschaft lediglich aufgrund systemimmanenter Probleme agiert, klingt verdächtig nach Weichzeichner.

Die Hochfinanz gibt diesem Drängen „nur“ nach und nutz die sich daraus ergeben Chancen, ganz im Sinne der Machtdefinition von Max Weber.

Aha, sie räkelt sich auf dem Divan und gibt sich dem Drängen des Unbekannten ganz selbstlos hin. Weil „Sie“ nicht anders kann und weil es die Umstände so wollen.
Das ist der gleiche Sprech, den uns schon @dottore servierte, als die Yachten und Villen der Abramonwitschs dieser Welt als notwendig zu befriedigende Urschuld deklariert wurden.

Genau hier kann ich mit dem Verständnis des Debitismus nicht mehr viel anfangen.
Wirtschaften ist eben doch noch etwas mehr als reine Biologie oder Physik, wo Naturgesetze herrschen.
Doch hier zieht die Hardcore-Fraktion gerne die Stahlstrebe ein, um das Bauwerk in Gänze nicht zu gefährden.

Unter diesen Umständen ist auch die Bilanz einer Mafia-Bank in Ordnung, denn wir nur die reinen Zahlen betrachten, sind die Erträge aus Waffenhandel, Drogenkriminalität und Prostitution durchaus erklecklich und im buchhalterischen Sinn solide finanziert.
Auch ein Konzentrationslager konnte mit „günstigen“ Arbeitskräften effektiv produzieren, also rein ökonomisch kann man dagegen nun wirklich nichts vorbringen, oder?

Was macht die Macht da eigentlich ganz genau?
Frönt sie nur den Umständen, weil das Schicksal sie dazu verdonnert hat oder betrügt sie einfach nur im ganz großen Stil, weil sie weiß, daß sie sich mit diesem System über eine große Zeitspanne sehr gut gehen lassen kann?

Wer hier lediglich mit schlichten Funktions-Algorithmen argumentiert, wirft meiner Ansicht auch nur mit Nebelbomben.

Beim Windsturm und der einfachen Erkenntnis gehe ich wieder mit Dir konform.
Doch könnte das nicht auch mit dem permanenten "Drogenkonsum" zusammenhängen, der dem steuerzahlenden Patienten täglich via Politik und Medien verabreicht wird, weil er sonst das System nicht tragen würde? [[hae]]

mfG
nereus


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