Wo der FOX recht hat, da hat er recht.
Hallo Tempranillo!
Wie Du vielleicht weißt, gehöre ich zu den kritischen Betrachtern des Debitismus.
Ich bin allerdings der Meinung, daß er erheblich mehr über Geld, Kredit und Wirtschaft erklärt als viele andere Theorien.
Du fragst: Mutti und Jens können nicht anders handeln. Sie sind debitistischen Gesetzmäßigkeiten unterworfen, denen sie gehorchen müssen wie wir alle.
Ja.
Warum hat von den vielen Anhängern des Debitismus' noch nicht einer versucht, die Corona-Krise unter dem Aspekt dieser Theorie zu erklären?
Was soll da erklärt werden?
Die Pandemie beschleunigt nur den lang erwarteten Niedergang.
In diesem Sinne sehe ich keine unbeantworteten Fragen.
Das schlagartig einsetzende Schweigen der Marktwirtschaftler und Debitisten ist mehr als seltsam, gerade jetzt, wo ihre Expertise gefragt wäre wie nie zuvor, um allen die Stirn zu bieten, die jetzt nach dem Staat schreien, statt auf die Selbstheilungskräfte des Marktes zu vertrauen.
Erstens ist das alles über viele Jahre hier durchgekaut worden und zweitens würde das jetzt auch wirklich kaum jemand mehr wissen wollen.
Und eine Theorie hilft nicht das Unvermeidliche zu vermeiden, allerhöchstens beim sich anschließenden Neuaufbau ein paar wesentliche Dinge zu berücksichtigen.
Das Corona-Virus hat nur den Eckstein in dem maroden Laden gelockert und alle Welt sieht es jetzt aus den Wänden rieseln.
Wenn es die Pandemie nicht angerichtet hätte, wäre es im Herbst ggf. ein in Schieflage geratener Hedgefonds gewesen oder eine überschuldete italienische oder deutsche Großbank, ein neuer Krieg im Nahen Osten oder der Anstich der Anleiheblase.
Der marktwirtschaftlichen Erleuchtung hoffend und harrend.
Da wird nichts erleuchtet werden.
Die meisten Konten wurden maßlos überzogen und mit faulen Versprechungen gedeckt.
Wenn Du es bildlich willst, ist das Ende der Lügen erreicht, um es einmal metaphorisch zu betrachten.
Die Ursünde – da werden mir allerdings die beinharten Debitisten widersprechen – wurde 1944 begangen als man das Gold den faulen Versprechen der Amis überließ.
Wie erwartet, fuhr die Kiste mit zunehmender Geschwindigkeit ins Tal und im August 1971 wurde die Kreatur mit dem Namen „ungedeckter maligner Kredit“ ins Freie entlassen.
Von da an schwoll die Blase an, weil die notwendige Fessel gekappt wurde.
Man hat dem Säufer nicht mehr seine täglichen 2 Gläschen kredenzt, um ihn bei Laune zu halten, sondern man nach und nach mit ihm Party gefeiert, den Schnaps erst Flaschen- und später Kistenweise geholt.
Irgendwann waren alle so besoffen, daß keiner mehr der Realität ins Auge blicken wollte.
Ich sehe künftig eher den neuen Triumph des Sozialismus, wobei noch nicht ganz klar ist, ob er rot, braun oder grün sein wird. Vermutlich eine Mischung aus allem, mit gut erkennbarem grünen Grundton.
Du darfst also im Antiquariat nach dem dreibändigen Kapital von Kalle Marx fragen, der demnächst wieder ganz groß in Erscheinung treten könnte, auch wenn das mit dem Mehrwert Kappes war und immer Kappes bleiben wird.
mfG
nereus