So ist es!
Es ist hier bei uns schon so, dass sich die Handwerksbetriebe gegenseitig die Gesellen mit höheren Gehaltszahlungen abwerben, gerade im Heizungs- und Sanitärbereich. Aber trotzdem haben die Handwerker bei einem Wechsel in eine stressarme, weniger anstrengende Stelle, insbesondere im öffentlichen Dienst mindestens 500 - 800 EUR pro Monat mehr netto in der Kasse.
Heiß begehrt sind hier Stellen als Gemeindearbeiter bei der Stadt/Gemeinde oder Hausmeister für Schule/Kindergarten/Krankenhaus/Arbeitsamt usw. Der öffentliche Dienst hat in den letzten Jahren sehr hohe Gehaltssprünge gemacht. Das ist überhaupt das Grundübel unserer Zeit: Der stressarme öffentliche Dienst mit Frühverrentung, Bullshitjobs (Sozialarbeiter allerorten ...) und Jobs für staatlich angeordnete Zwangsmaßnahmen (TÜV, Schornsteinfeger, ...) bringen in der Regel viel mehr Geld ein als echte wertschöpfende, nettosteuerzahlende Jobs.
Ja! Selbst in den Firmen sind Papierschubserjobs oft super bezahlt, haben aber meist ausgesprochen geringen (manchmal negativen) Nutzen. Selbst in der Techbranche ist das (teilweise) so, in Deutschland ist der Gehaltsabstand zwar nicht so krass wie bei den Amis, aber die Arbeitsbedingungen ähneln sich trotzdem oft. Gerade gestern gelesen:
https://www.golem.de/news/tech-branche-wir-arbeiten-nicht-null-2304-173002.html
Wenn man dann noch die Versager und Dauerprovokateure in der Politik und den Medien sieht, mit Gehältern jenseits von gut und böse, kann man richtig wütend werden!
Wobei der ÖD von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich ist. Mein Bruder in Bayern wollte da mal anfangen, ich glaube bei der Polizei München, aber die zahlen da so einen Durchschnittstarif, von dem er in München gar nicht hätte leben können, zumindest nicht mit Familie...
Ein weiteres Problem, gerade bei den Azubis, ist das vergleichsweise geringe Lehrlingsgehalt im Handwerk. Eine Ausbildung in einem Bürojob oder im öffentlichen Dienst bringt schon mal 1.200 EUR pro Monat ein, während der Lehrling im Handwerk mit 600 EUR abgespeist wird. Hier ist auf jeden Fall mal eine staatliche Regulierung angesagt oder es werden Höchstgrenzen für Lehrlingsentgelte festgelegt.
Oder Untergrenzen. Beim Umlernen sind niedrige Lehrlingsgehälter nämlich auch eine Hürde, irgendwann will man ja mal eine Familie gründen, ein Auto haben und bei den Eltern ausziehen.
Trotzdem ist für mich nicht nachvollziehbar, warum die stark gestiegenen Stundensätze im Handwerk für den Kunden nicht bei den Gesellen ankommen. Da müssten doch jetzt mindestens 20 EUR / Stunde für jeden Gesellen drin sein.
Keine Ahnung. Den Großteil fressen vermutlich die Steuern und Abgaben weg.
Man kann ja als Meister auch einen Teil des Lohns am Jahresende ausschütten, in Abhängigkeit von den Kranktagen im Jahr. Was wiederum ein großes Problem für die Betriebe ist. Denn viele Gesellen genehmigen sich bis zu 6 Wochen Krankheit im Jahr, um dann ihre eigenen Projekte durchzuziehen.
Ja die Arbeitszeiten und -bedingungen sind halt auch einfach oft hart. Obiger Bruder, der in München lebt, hatte ursprünglich Elektriker gelernt, die waren da oft auf Montage unter Bedingungen, unter denen ich nicht leben und arbeiten wöllte. Der Chef war ein grober unhöflicher Drecksack (der sprach die Azubis nicht mit Namen an, sondern hatte sie einfach durchnummeriert) und kurz bevor die Firma den Bach runterging, hat er seinen Mitarbeitern noch Beteiligungen aufgenötigt, die dann natürlich weg waren. Entsprechend hat besagter Bruder auch nie wieder als Elektriker gearbeitet.
Dass z.B. in der Gastronomie Leute fehlen, kann ich ebenfalls nachvollziehen...