Gerade das mit der Bezahlung ist immens wichtig.

Plancius, Dienstag, 18.04.2023, 08:46 (vor 1054 Tagen) @ Andudu2699 Views

Es ist hier bei uns schon so, dass sich die Handwerksbetriebe gegenseitig die Gesellen mit höheren Gehaltszahlungen abwerben, gerade im Heizungs- und Sanitärbereich. Aber trotzdem haben die Handwerker bei einem Wechsel in eine stressarme, weniger anstrengende Stelle, insbesondere im öffentlichen Dienst mindestens 500 - 800 EUR pro Monat mehr netto in der Kasse.

Heiß begehrt sind hier Stellen als Gemeindearbeiter bei der Stadt/Gemeinde oder Hausmeister für Schule/Kindergarten/Krankenhaus/Arbeitsamt usw. Der öffentliche Dienst hat in den letzten Jahren sehr hohe Gehaltssprünge gemacht. Das ist überhaupt das Grundübel unserer Zeit: Der stressarme öffentliche Dienst mit Frühverrentung, Bullshitjobs (Sozialarbeiter allerorten ...) und Jobs für staatlich angeordnete Zwangsmaßnahmen (TÜV, Schornsteinfeger, ...) bringen in der Regel viel mehr Geld ein als echte wertschöpfende, nettosteuerzahlende Jobs.

Ein weiteres Problem, gerade bei den Azubis, ist das vergleichsweise geringe Lehrlingsgehalt im Handwerk. Eine Ausbildung in einem Bürojob oder im öffentlichen Dienst bringt schon mal 1.200 EUR pro Monat ein, während der Lehrling im Handwerk mit 600 EUR abgespeist wird. Hier ist auf jeden Fall mal eine staatliche Regulierung angesagt oder es werden Höchstgrenzen für Lehrlingsentgelte festgelegt.

Trotzdem ist für mich nicht nachvollziehbar, warum die stark gestiegenen Stundensätze im Handwerk für den Kunden nicht bei den Gesellen ankommen. Da müssten doch jetzt mindestens 20 EUR / Stunde für jeden Gesellen drin sein. Man kann ja als Meister auch einen Teil des Lohns am Jahresende ausschütten, in Abhängigkeit von den Kranktagen im Jahr. Was wiederum ein großes Problem für die Betriebe ist. Denn viele Gesellen genehmigen sich bis zu 6 Wochen Krankheit im Jahr, um dann ihre eigenen Projekte durchzuziehen.

Gruß Plancius

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"Natürlicher Verstand kann fast jeden Grad an Bildung ersetzen, aber keine Bildung den natürlichen Verstand." ARTHUR SCHOPENHAUER


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