Das hat mit "Dummheit" nix zu tun, sondern mit Denkfaulheit und Denkverweigerung
Warum verhalten sich die Menschen im ehemals so grossen Westen derart ungesund, dass sie sich nun selbst auszulöschen beginnen, wurde in den letzten Tagen mehrfach gefragt.
Das nach Wilhelm von Ockham (1288–1347) benannte Sparsamkeitsprinzip, kurz: Ockhams Rasiermesser, besagt, das zur Erklärung für ein und denselben Sachverhalt die einfachste Theorie allen anderen vorzuziehen ist.
Also fragen wir einfach: Was hat den Westen zivilisatorisch gross gemacht?
Das Denken und die Benutzung des Verstandes.
Was richtet ihn zugrunde?
Denkfaulheit und Denkverweigerung.
Der bekannte Hochschullehrer Ernst Pöppel, der an der Ludwig-Maximilians-Universität in München von 1976 bis 2008 als Professor für Medizinische Psychologie angehende Psychologen und Psychotherapeuten ausbildete, schätzte, "dass nur rund zehn Prozent der Menschen selber denken und ihr Leben in die eigene Hand nehmen. … Nicht zu denken ist in der Tat ein gesundheitlicher Risikofaktor." Diese ausgeprägte Denkfaulheit, so erklärt Pöppel auf dem Psychotherapie-Portal psychotherapie.com weiter, gäbe es "gerade auch bei Akademikern, von denen man eigentlich noch am ehesten annehmen sollte, dass sie selber denken wollen".
Wenn also diejenigen, die von der Gesellschaft ausgebildet werden, die Gesellschaft zu führen, sich jedoch weigern, ihren Verstand zu benutzen, was bitte, wird dann das Ergebnis sein? Ist es nicht logisch, dass aus der Weigerung, den Verstand zu benutzen, zwingend der Untergang der Denkfaulen und der Denkverweigerer folgt?
Im Vergleich zur Zeit von Ockham haben wir heute die bedrohliche Situation, dass die technologische Entwicklung es den Denkfaulen und Denkverweigerern ermöglicht, auch diejenigen mit in den Abgrund zu reissen, die noch selber denken. Da braucht @Weiner sich keinen Wecker zu stellen; der grosse Knall lässt vom Wecker nicht mehr viel übrig.
Mit zum Denken ermutigenden Grüssen
Avicenna
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"Niemand ist mehr Sklave als der, der sich für frei hält, ohne es zu sein" (Johann Wolfgang von Goethe, 1809)