Es sähe ganz ähnlich aus wie eine Vereinsgründung ...
Wie sähe denn so eine freiwillige Staatsbildung aus?
Es fänden sich Menschen ein, die eine möglichst autarke Gemeinschaft bilden wollen .. ganz freiwillig. Sie geben sich eine Rechtsordnung (Satzung, Verfassung), beschließen über die Modalitäten der monatlichen Mitgliederbeiträge für die Vereinskasse, bestellen per Wahlen die gewünschten Funktionsträger (wie Vorstand, Schiedsgericht etc.); sie konstruieren sich ein Währungs- und Zahlungssystem (vgl. sog. Tauschringe), beschließen über die zugelassenen Formen des privaten sowie des gemeinschaftlichen Wirtschaftens usw. usf..
Sie kaufen oder besiedeln ein (frei verfügbares) ausreichend großes Landstück und beschließen über die Modalitäten der individuellen Landzuteilung und der Landbewirtschaftung. Der Grund & Boden bräuchte keineswegs Privateigentum zu werden .. ja sollte es sogar nicht sein. Auch über die gewünschte Herrschaftsform in der neu entstehenden Gesellschaft müsste (demokratisch) entschieden werden.
Es gäbe noch 1000 weitere konkrete Lösungen zu erfinden, in der Praxis zu erproben und immer wieder mal zu modifizieren. Ich bin da ziemlich gut konzeptionell aufgestellt, da ich mich seit langem mit diesem Thema (Staatstheorie) beschäftige.
Das alles stellt kein grundsätzlich unlösbares Problem dar. Es gab auch in der jüngeren Vergangenheit immer wieder solche Versuche und Projekte - so z.B. hier:
+ https://koenigreichdeutschland.org/
+ https://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Fitzek
+ https://de.wikipedia.org/wiki/Geschichte_des_Staates_Israel
+ https://de.wikipedia.org/wiki/Tschechische_und_Slowakische_F%C3%B6derative_Republik
Denke da z.B. auch die Gründung der neuen Balkanstaaten.
Das einzige Problem bzw. Hindernis sehe ich z.Z. darin, dass es bereits lückenlos und flächendeckend! Staatsgebilde gibt und eine Staatsgründung innerhalb eines bereits bestehenden Staates keinen Sinn hat. Da können wir es bei einfacher Vereinsgründung belassen. Da ist es einfach sinnvoller, mensch setzt sich für (radikale) Reformen im eigenen Staat ein, wo mensch bereits lebt und Bürger ist.
Aber das wird sich nach dem nächsten zivilisatorischen Kollaps ändern: Es wird, nach einer längeren Übergangsphase des großen Sterbens und der Neugeburt von Gemeinschaften, wieder reichlich frei verfügbares Land geben. Dann werden wieder neue Staatsgründungen erfolgen und neue Nationen entstehen.
Du hast aber leider nicht meine Eingangsfrage beantwortet:
-> Na dann erklär mir doch überzeugend, WARUM Staaten nicht "freiwillig entstehen" können? Wo ist da ein Hindernis auszumachen?
Wie sähe denn so eine freiwillige Staatsbildung aus? Die Teilnehmer an einem solchen Experiment müssten sich freiwillig der Steuereinziehung und der Rechtsordnung unterwerfen ...
Du hast bereits etwas Wesentliches erfasst: nämlich das überaus wichtige Thema der Rechtsordnung (Satzung, Verfassung) und der Mitgliederabgaben. Aber natürlich können Steuerabgaben nicht länger "freiwillig bleiben", sobald die "Mitglieder des Staatsvereins" über die Modalitäten der Staatsfinanzierung verbindlich entschieden haben.
Moment, da fällt mir ein, daß wir diesen Quatsch ja schon rauf und runter diskutiert haben
Das haben wir beide mit Sicherheit noch nicht getan; zumindest nicht in der "mindestens notwendigen Gründlichkeit". Das Thema dürfte mindestens so umfangreich sein wie das Thema Debitismus.
und daß Du keine schlüssige Antwort auf die Probleme hattest. EoT.
Beachte bitte die korrekte Reihenfolge: Erst Fragen stellen, dann können Antworten gegeben werden. Du hast mir bisher aber kaum konkrete Fragen gestellt.
Mit Gruß, Beo2