Die Abstimmung im Donbass 2014

Sorrento, Montag, 10.10.2022, 11:40 (vor 1231 Tagen) @ Olivia3013 Views

Hallo,

im Prinzip hängt ja deine ganze Argumentationskette an diesem einem Punkt:

Die Republiken hatten sich 2014 für unabhängig erklärt und wurden daraufhin angegriffen.

Bewaffnete Kräfte einer so genannten pro-russischen Volksmiliz hatten mit verdeckter russischer Unterstützung* in einer Reihe von Städten im Donbass dieser zu knapp 40 Prozent russischsprachigen Region seit April 2014 viele Verwaltungsgebäude besetzt.

Diese hatten auch die beiden Volksrepubliken ausgerufen und ihre Führung bestimmt.

"Das Ergebnis des Referendums gilt unabhängig von der Wahlbeteiligung", wurde der Wahlleiter Roman Ljagin vor der Durchführung zitiert. Es war vermutlich nur in 14 Kommunen, vor allem Städten, unter Kontrolle der "Rebellen" möglich, ein Votum überhaupt abzugeben. Damit hatte nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung in den Regionen Donezk und Luhansk Gelegenheit zur Teilnahme.

Die von den Separatisten eingesetzte „Wahlkommission“ war nicht unabhängig. Pro-Ukrainische Aktivisten waren aus den großen Städten Donezk und Luhansk nach Angaben der SZ nach Entführungen und Morden vielfach nach Kiew geflüchtet. Der Vorsitzende der OSZE und auch der Präsident der parlamentarischen Versammlung nannten die Referenden illegitim und forderten zum Verzicht auf deren Durchführung auf, wobei Ranko Krivokapić auch das Klima der Angst, Gewalt und Gesetzlosigkeit erwähnte. Und das Referendum fand unter Vortäuschung falscher Tatsachen statt: Roman Ljagin, Wahlleiter der Zentralen Wahlkommission, erklärte gemäß verschiedener Quellen, der Status der Region bliebe nach dem Referendum unverändert, es ginge nur um den Ausdruck des Willens zur Selbstbestimmung. Abstimmen an der Urne konnte man damals auch so oft man lustig war.... Wahlkabinen gab es zwar keine, bewaffnete Wahlhelfer aber sehr wohl! Olivia, wenn das für dich eine "freie Abstimmung" gewesen sein soll, ja dann weiß ich auch nicht mehr weiter.[[hae]]

Eine Tatsache ist aber auch die Teilnahme einer unbekannten Anzahl Personen, deren Wille zumindest für eine größere Unabhängigkeit innerhalb der Ukraine oder einer Loslösung vorhanden ist. Eine andere Tatsache ist die, dass die technische Durchführung der Befragungen keinerlei Rückschlüsse darüber zulässt, wie groß der Anteil der Personen an der Gesamtbevölkerung ist, welche tatsächlich eine Loslösung oder Autonomie wünschen. Mit den Methoden einer Bananenrepublik kann man diese nun mal nicht ermitteln.

Auch die NZZ aus der traditionell neutralen Schweiz vermerkte damals:
"Angesichts der Art und Weise, wie die Volksbefragung organisiert war, kann nicht von einem aussagekräftigen Ergebnis ausgegangen werden". Zitat Ende.


Also in meinen Augen war das weder eine freie noch eine faire Abstimmung gewesen. Und nachdem heute fast alle Pro-Ukrainischen entweder gen Westen geflüchtet, getötet oder via Russischer Infiltrationslager gen Mütterchen Russland geschafft worden sind bezweifle ich auch, dass eine erneute Abstimmung hier den politischen Willen des Status Quo Ante eindeutig bestimmen könnte.

Sprich, Russland hat mittels Gewalt seit 2014 einfach Tatsachen geschaffen. Und nimmt diese selbst geschaffenen Tatsachen im Nachhinein als Begründung. Sowas nennt man dort, wo ich herstamme, im Allgemeinen einen "Angriffskrieg".


Ciao
Sorrento


* https://www.sueddeutsche.de/politik/russischer-geheimdienstler-zur-ostukraine-den-auslo...


gesamter Thread:

RSS-Feed dieser Diskussion

Werbung