Irgendwie kommen wir da nicht weiter.
Hallo Rheingold!
Du schreibst: Erst mal gut, dass Staatskredite nicht als Schulden, sondern als Vermögensgrößen gesehen werden.
Was soll das denn jetzt werden?
Wenn Geldguthaben und Geldverbindlichkeiten in ihrer Betragshöhe und Währung gleich sind, dann weiß jeder, der darüber nachdenkt, daß es immer eine andere Seite gibt.
Und je größer die Vermögen, umso besser, oder? Wir können schlichtweg kein dauerhaftes Wachstum unserer Geldvermögen haben ohne in exakt gleicher Höhe die Kredite wachsen zu lassen. Denn alles Geld ist Schuld.
Das sind Banalitäten, die wir hier schon gefühlte 100.000 Mal durchgekaut haben.
Aber Geld ist nur ein Teil vom „jroßen Janzen“.
Wenn die Privaten und die Firmen nicht bereit sind, sich noch höher in Schulden zu stürzen, um anderen das gewünschte Geldvermögenswachstum zu ermöglichen, bleibt nur noch der Staat als Schuldner.
Das stimmt einfach nicht.
Es gibt immer Gründe für das Nichtverschulden-Wollen.
Wenn es sich nicht mehr rechnet, dann parkt man die Kohle auf staatlichen Schatzanweisungen, anstatt zu investieren.
Siemens – die Bank mit angeschlossener Elektroabteilung - hat es einst vorgemacht.
Der Staat hat die natürlichen Kapitalmarkt-Bedingungen ausgehebelt, unabhängig davon, daß die Spekulations-Orgie in immer absurdere Höhen geschraubt wurde.
Schon in den Neunzigern waren 95 % der Finanztransaktionen ausschließlich Spekulation und nur 5 % entfielen auf den weltweiten Warenverkehr.
Und es wurde in den letzten 30 Jahren immer absurder.
Wenn der deutsche Staat eine deutlich kleinere soziale Hängematte hätte und nicht so sinnlos viel Kohle auf der Welt verteilen würde, wäre es ganz anders um die hiesigen öffentlichen Haushalte bestellt.
Das ist der Grund, weshalb die Fristigkeiten immer wieder überwälzt werden und schon wegen der aufgeschlagenenen Zinsen und wegen des gewünschten Geldvermögenswachstums erhöht.
Wie schön, das der Staat das drohende Ungemach verhindert.
Er ist ein wesentlicher Teil des Problems, aber nun ist er sogar der Retter.
Schwant Dir langsam, was Du da denkst?
Die Zinszahlungen, die können makroökonomisch nicht als Ertrag verbleiben, da sie auch aus Kredit geschaffenem Geld entstanden sind, das nach baldiger Tilgung ruft. Wenn sie als Ertrag verbleiben sollen, dann geht das nur, indem jeweils um den Zinsertrag die Schulden erhöht werden. Entweder erzwingen sie eine noch höhere Verschuldung der Marktteilnehmer (inzwischen meist nur noch die Staaten, weil Private und Firmen da in den geforderten Höhen ausfallen) oder aber sie verbleiben eben nicht als Ertrag, sondern werden durch Tilgung vernichtet.
Meine Güte!
Das ständige Erzeugung und Vernichten von Geld ist der menschlichen Existenz geschuldet, wo Menschen erscheinen und wieder verschwinden.
Und neben dieser Existenz werden Sachwerte erschaffen, die ebenfalls Wertschwankungen unterliegen, aber niemals komplett auf Null fallen.
Es stimmt einfach nicht, dass bei der Betrachtung von Guthaben und Schulden alles verschwindet, denn die Immos und andere Sachanlagen – die auch Wertgrößen repräsentieren - bleiben bestehen weiter, trotz natürlicher Wertminderung.
Auch das ungeliebte Gold kann immer wieder neu beliehen werden.
Es stimmt also nicht, daß selbst im Krisenfall ALLES weg ist.
Das Problem ist nur, daß der Normalo, der über keine Sachanlagen verfügt, dann in die Röhre schaut, weil er NUR über das alte Geld verfügt.
Beim neuen Geld sind dann die Sachwertbesitzer wieder vorne dran.
Doch selbst dieses Problem wäre lösbar, wenn man das Thema Volks-Aktien einmal angegangen wäre und damit auch dem gemeinen Volk Zugang zu Sachwertanlagen ermöglicht hätte.
Aber man will das überhaupt nicht und das aus gutem (bösartigen) Grund.
Natürlich wird Geld aus dem "Nichts" erschaffen, denn es war vorher nicht da.
Dass der Schuldner vom selbsternannten Gelderschaffer aus dem Nichts, diesem "etwas" anbieten muß, ist schon klar, wofür haben wir denn Zentralbanken und ein Bankenkartell der üblichen Verdächtigen, wenn nicht zur kompletten Unterjochung und Vermögensabschöpfung der tatsächlich Arbeitenden (Unternehmer wie Arbeiter)?
Wie schön, daß Du es so beschreibst und damit den ideologischen Hintergrund andeutest.
Eine Kreditbesicherung hat zunächst nichts mit Bankenkartell und Vermögensabschöpfung zu tun.
Wenn Du privat Geld verleihst, wirst Du auch auf Rückzahlung bestehen und damit unterstellst Du eine Sicherheit. Andernfalls kannst Du es gleich verschenken.
Mikroökonomisch mag der geistige Horizont einer schwäbischen Hausfrau ausreichen, um mit ihren Spätzle zu haushalten, für makroökonomische Zusammenhänge ist diese Art geistiger Horizont eher schädlich.
Nein, über Geld wird viel zu viel geschwurbelt und die Verkomplizierung der Probleme schaffen auch keine Lösungen, sie verwirren nur immer mehr.
Klar ist es mikroökonomisch sinnvoll für sie zu "sparen", makroökonomisch würde ein kollektives "sparen" aber jegliches Einkommen verhindern und das Elend im Nu vergrößern. Mikroökonomische Lösungen verschlimmern makroökonomisch Situationen.
Der wirkliche Unsinn kommt fast immer von der Makro-Ökonomie!
Die, die großen Räder drehen, werden nie in Haftung genommen – das ist das Problem!
Staaten können ohne Not aufschulden, Banken sind zu groß um zu fallen, Versager werden nicht auf die Straße geworfen, sondern nach oben gelobt (Parade-Beispiel Ursula von der Leyen). Diese taube Nuss hat viele hundert Millionen verbrannt!
Das ist das Problem und nicht die Wüstenrot- oder Schwäbisch-Hall Bausparer, die nach und nach in den großen Topf einzahlen und dann von diesem wieder profitieren.
Makroökonomisch und das wissen sowohl Gates als auch Soros ist Kredittilgung komplett unerwünscht, die Tilgungsdrohung (insbesondere gegen wehrlose failed states) der Geldgeber dienen nur und lediglich der Vermögensumverteilung, denn je höher die Verschuldung, desto -automatisch- höher können die Geldvermögen beider Herren wachsen und so deren Macht.
Das ist jetzt eine andere Baustelle und hier teile ich Deine Bedenken sehr wohl.
Aber es ging zunächst einmal um die grundsätzlichen Überlegungen zum Geld und da ist es eben Nonsens sofort auf Figuren wie Gates oder Soros zu fokussieren.
Diese Leute tragen viel eher dazu bei, daß Geld nicht verstanden werden soll und nutzen dieses Unwissen ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.
Nennen wir es einfach GLOBALE FINANZ-MAFIA!
mfG
nereus