Das kann ich nicht nachvollziehen.
Hallo Rheingold!
Wenn Stützel schreibt: Während ein Darlehen nach seiner Tilgung aus dem Geldkreislauf verschwindet und nur die geleisteten Zinszahlungen als Ertrag der Bank darin verbleiben, sind die Staatskredite dauerhafte Vermögensgrößen in den Bilanzen der Finanzinstitute, denn sie werden nie getilgt, sondern lediglich in ihren Fristigkeiten immer wieder überwälzt und dabei in der Regel erhöht.
Dann hat er absolut recht damit.
Auf dieser Basis entstanden die ersten Bücher des Debitismus, die Krisen-Paule in den Achtzigern auf den Markt werfen ließ.
Gemeinsam mit Walter Lüftl errechnete er den Termin des absehbaren Staatsbankrotts für Mitte der Neunziger Jahre.
Allerdings gingen die zwei Autoren damals vermutlich von ordnungsgemäßer Buchhaltung aus, so wie jeder Kleinbetrieb vom Finanzamt zerlegt wird, wenn die Bücher nicht ordentlich geführt werden.
Beide hatten die kriminellen Machenschaften der Staatsbürokratie unterschätzt.
Als @dottore dies klar wurde, nach dem Crash von 1987, verschob er in seinem Buch „Aufwärts ohne Ende“ den Bankrott auf die Jahre 2030 bis 2040, wohl wissend, daß er damit genügend Luft für seine eigenen Prognosen geschaffen hatte bzw. den Zaubertricks der Geldmagiere seine Referenz erwies.
Man merkt, dass er Stützel nicht kapiert hat (der schreibt auch tatsächlich unverdaulich), dass er betriebswirtschaftlich, also nicht makroökonomisch denkt und dass er die debitistische Entstehung unseres Geldes nicht verstanden hat.
Nein, Du interpretierst da etwas hinein, was in dem Text (ich kenne jetzt nur Deinen Auszug) nicht steht.
Denn alles Geld wird "aus dem Nichts" geschaffen, also gegen die Hinterlegung von fiktiven oder mehr oder weniger "realen" "Sicherheiten".
Dieser Satz offenbart das ganze Verständnisdrama!
Aus dem Nichts wird überhaupt nichts erschaffen, denn wenn man einen Kredit haben will und nichts anbietet, dann bekommt man auch nichts.
Viel spannender sind dagegen Deine fiktiven und mehr oder weniger realen Sicherheiten.
Was ist denn das überhaupt?
Das sind Zahlungsversprechen, die VERMUTLICH geleistet werden oder eben auch nicht.
D. h. eine Vertragspartei hält sich ggf. nicht mehr an den Vertrag und genau das hat Stützel gemeint, wenn er vom Roll-Over der Fristen spricht, also alte Schulden werden mit neuen Schulden bezahlt.
Dafür braucht man auch keinen Debitismus – das weiß jede schwäbische Hausfrau – das so etwas auf Dauer nicht gut gehen kann.
Während wir alle doof in der Schule lernen, sich zu verschulden ist böse und Geld "rückzahlen" gut, können wir es besser wissen. Nur wer Schulden macht, schafft das dringend von allen benötigte Geld und wer Schulden bezahlt, vernichtet in Wahrheit Geld.
In der Schule wurde nicht gelernt, daß man keine Schulden machen soll, sondern dort wurde gelehrt, daß Kredite zu bedienen sind.
Und das ist das 1 x 1 des Finanzwesens, dass offenbar völlig verlorengegangen ist.
Macht die Dinge nicht immer komplizierter als sie in Wirklichkeit sind.
mfG
nereus