Renten-Deutsch für Fortgeschrittene
Hallo Beo2,
es heißt nicht "das Coupon", sondern "der Coupon".
Renditen sind typischerweise Nominalwerte.
Ob eine bestimmte Rendite Dich für Kaufkraftverluste in Form von Inflation entschädigt, weißt Du erst nachher.
Den Begriff "Realrenditen" sieht man eher im Zusammenhang mit Inflationsanleihen, die sind aber ein bisschen komplexer und nicht ganz so einfach zu verstehen...
Anleiherenditen sind nichts anderes als der interne Zinsfuss einer Zahlungsreihe, bei der Du im Zeitpunkt Null die Anleihe erwirbst (negativer Zahlungsfluss "Cash Flow"), zwischendurch Zinsen kassierst (positiver Zahlungsfluss, oder auch nicht, z.B. beim Nullprozenter) und zum Schluss das Kapital zurückerhältst (positiver Zahlungsfluss).
Bitte beachte, dass die Marktkonventionen vorsehen, dass Du "Stückzinsen" zahlst, dafür erhältst Du zum nächsten Coupontermin einen vollen Coupon.
Mit Hilfe einer Tabellenkalkulation kannst Du alle Zahlungsflüsse einer Anleihe auf einer Zeitachse darstellen und dann mit Zielwertsuche oder "Solver" die Rendite ausrechnen.
Es gibt mindestens drei verschiedene Methoden der Renditerechnung (Namen habe ich vergessen), die Unterschiede sind für Dich aber nicht relevant.
Für alle Finanzmarktdummies gab es früher von der FAZ "So liest man den Wirtschaftsteil einer Tageszeitung", aber später erschien beim Handelsblatt
https://www.amazon.de/Finanznachrichten-lesen-Kursnotierungen-Marktberichte-Handelsblat...
das ich nur empfehlen kann. Finanzmarktbildung sollte man so früh wie möglich erwerben. Auch wenn man kein Anleihefan ist und der Anleihemarkt nicht im "3-Speichen-System" auftaucht, soll man die Produkte und Mechanismen verstehen, was am besten gelingt, wenn man sich so was für Lernzwecke - meinetwegen auch in ganz kleiner Menge - in's Depot kauft.
Gruß
paranoia
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Ich sage "Ja!" zu Alkohol und Hunden.