"Wir sollten darauf verzichten, Holz zu verheizen."

hörby, Mittwoch, 20.04.2022, 13:01 (vor 1391 Tagen) @ Naclador3578 Views

Die Bundesregierung hat ein klares Ziel: Zum Heizen soll mehr auf erneuerbare Energien gesetzt werden. Das bedeutet das Aus für Heizungen mit Öl und Erdgas. Nun fordert das Umweltbundesamt aber auch ein Verbot für Holzöfen und kritisiert die Förderung der Pelletkessel.
Was die Gründe für die Forderung sind, den aktuellen Stand der Diskussion um Holz- und Pelletöfen und mögliche Alternativen zum Heizen mit Holz findet ihr in diesem Artikel.

https://www.swp.de/panorama/heizen-holz-verbot-pallets-oefen-foerderung-neue-heizung-62...

Kommt nach Dieselgate ein Holzofengate?

Aus Bundesmitteln (BAFA) werden „kleine Holzfeuerungsanlagen“ mit bis zu 45% Zuschuss zum Kaufpreis sowie günstigen Krediten über die Förderbank KfW subventioniert. Mit den laut Umweltbundesamt aktuell allein 11,2 Mio. Holzöfen und weiteren Pelletheizungen wird inzwischen lt. dem Umweltmagazin GEO mit Berufung auf Datenerhebungen des Umweltbundesamts mehr Feinstaub PM2,5 ausgestoßen, als mit dem gesamten Straßenverkehr über Bremsen- und Reifenabrieb sowie Abgase. In Wohngebieten wurde abends bei Betrieb von Holzöfen schon die dreifache Feinstaubbelastung des berühmten Stuttgarter Neckartors zur Rush-Hour gemessen.

Daher forderte auch Dirk Messner, der Präsident des Umweltbundesamts zuletzt:

"Wir sollten darauf verzichten, Holz zu verheizen."
Da Holz ein buntes Stoffgemisch darstellt, ist es der ineffizienteste aller zulässigen Brennstoffe. Daher benötigt ein durchschnittliches Wohnhaus bei Einsatz einer Pelletheizung laut dem Wirtschaftsverband der Pellethersteller im Schnitt 4,7 Tonnen des Brennmaterials pro Jahr. Es fällt dadurch nach Angabe der Schweizer Umweltbehörde auch eine gegenüber Gas um 60% erhöhte Menge an CO2 für die gleiche Menge an erzeugter Wärmeenergie an, nämlich 56,4 g/Megajoule bei Gas und 92 g/MJ bei jeglicher bestmöglich betriebenen Holzheizung. Zudem stoßen Holzöfen deutlich höhere Mengen hochgiftiger polyzyklischer Kohlenwasserstoffe aus. Bei einem Betrieb mit feuchtem Holz waren die gemessenen Werte hundert bis tausendfach höher als bei Gasheizungen.

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Mfg.H.


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