Die Zukunft wird gut gemischt sein. (auch Antwort an @Miesepeter)
Hallo el_mar -
diese meine Aussage gilt für fast alle Bereiche des Lebens. Wir werden auch in 20 Jahren noch große Kraftwerke haben (Kohle, Erdgas, ggfs. Erdöl), daneben aber auch sehr viel dezentrale Öko-Energie, dsgl. sehr viel effizientere Verbrauchsgeräte (fängt jetzt schon mit 12V-Lichtleitungen in Neubauten an), außerdem eine Kernkraft 4.0.
Diese Mischung hängt ganz einfach damit zusammen, dass es auch in Zukunft noch große Menschenagglomerationen geben wird - und wenn nicht bei uns, dann ganz sicher in anderen Regionen der Welt. Wir hier in Europa leben in einer Art Schrebergarten (inklusive der zugehörigen Gartenzwerg-Mentalität). Bitte einfach mal nach Shanghai, Tokio oder - am interessantesten - nach Kalkutta oder Lagos gehen.
Wie gesagt gilt das nicht nur für die Energie sondern auch für die Bereiche Landwirtschaft und Ernährung, desgleichen für Industrie und Handwerk. Mit der Zeit (in Jahrzehnten und Jahrhunderten gerechnet) werden sich die Unternehmungen mit Spitzenleistungen allerdings ausdünnen. Das hängt mit dem Rückgang zivilisatorischer Kräfte zusammen. Die Produktion, Aushebung und Logistik für die römischen Legionen war im 1. und 2. Jahrhundert n.Chr. auf einem Optimum, hat aber ab dem 3. Jahrhundert damatisch nachgelassen. Das gilt auch für die römische Architektur etc. Große Projekte gab es danach nur noch in Ausnahmefällen (etwa der Neubau von Konstantinopel etc.).
Wenn man die Dinge planen könnte, müsste man die Kapazitäten sowohl bei der zentralen Großproduktion wie auch bei der dezentralen Kleinproduktion so halten, dass sie sich in Krisenzeiten gegenseitig ausgleichen können (d.h. die einen für die anderen einspringen). In unserem gegenwärtigen Wirtschaftsverständnis gelten solche Gedanken natürlich als unsinnig, aber das mag sich ändern, wenn man (in mittelfristiger Zukunft) entsprechende Erfahrungen gemacht hat, auch über die Globalisierung denkt man heute anders. Nötig für solche Planungen ist dann auch eine übergeordnete und konzertierte Steuerung.
Eine kritische Zone gibt es in dezentraler Wirtschaft mit der Qualiätssicherung und mit der Ausbildung von Arbeitskräften. Wir sehen beispielsweise heute wieder viele Handwerker und Landwirte, die back-to-the-roots gehen wollen. Sie achten auf Standards und wollen Qualität produzieren. Könnte aber durchaus sein, dass das in der übernächsten Generation schon wieder vorbei ist. Ein gewisses Maß von Wettbewerb muss deswegen immer herrschen und auch gewährleistet werden. Handwerk und handwerkliche Reparaturen (für lange Gerätelaufzeiten) sind arbeitsintensiv, insbesondere auch Gartenbau und Permakultur, die aber halt die höchste Effizienz und Qualität liefern könnten. Damit man so was langfristig durchhalten kann, muss erst wieder eine neue Einstellung zur Arbeit und zum Arbeitsverdienst gefunden werden. Wie bereits gesagt: heute nicht vorstellbar, in ein paar Jahren aber durchaus ...
Ich hänge hier eine Antwort auf einen Beitrag von @Miesepeter an (id=605674), weil der Text eine damit zusammenhängende Problematik aufgreift.
Hallo Miesepeter - ich danke für Deine ausführliche Antwort!
Meine Aussagen zur Zukunft gewinne ich aus einem zyklischen Modell, das in Anlehnung an einige Vorläufer selbst weiterentwickelt wurde. Obwohl ich mich zur Veröffentlichung entschlossen habe, zögere ich sie immer noch vor allem deshalb hinaus, weil dieses Modell einen ziemlichen Eingriff in unsere herkömmliche Denkweise bedeuten würde. Die 'Dinge' - also historische Entwicklungen - sind sehr stark determiniert. Das ist mein Fazit nach etwa 30jähriger Arbeit.
Die genannten Determinierungen beziehen sich zunächst auf große historische Entwicklungskomplexe, etwa Deutschland ab 1871 (Begründung des Bundes, in dessen Tradition wir noch stehen) oder die USA ab 1776 oder Israel und China ab 1949 oder Frankreich ab 1789 etc. etc. Während ich inzwischen recht genau voraussagen kann, dass zu einem bestimmten Zeitpunkt etwa ein Staat eine Aktion beginnt oder irgendeinanderer durch etwas belastet wird usw., kann ich damit ntürlich nicht voraussagen, welche und wie viele Individuen oder Teil-Regionen innerhalb eines Staates dabei tatsächlich betroffen sein werden. Im Zweiten Weltkrieg wurden viele Wohnungen und Gebäude zerstört, aber nicht alle. Es starben Millionen Menschen und noch mehr wurden verletzt und versehrt - aber Millionen Menschen wurden vom Krieg nur wenig berührt. Derartigen Fragen nach Detaillierung könnte man durchaus nachgehen, aber sie übersteigen meine Möglichkeiten. Also kann ich nur kursorische Linien zeichnen, bin mir dabei aber (subjektiv) inzwischen ziemlich sicher. Manchmal erschrecke ich selbst. So zum Beispiel war für mich klar absehbar, dass um den 6. April ein neuer Trend im Ukrainekrieg sich etablieren würde (ich hatte es hier im Forum geschrieben): das verwirklichte sich mit der russischen Entscheidung für einen Rückzug aus Kiew und dem Norden der Ukraine, was dann wiederum zu der Geschichte von Buchta führte, insgesamt also eine Verschärfung und eine Weichenstellung. Dabei hatte ich auf Selenskyj und PUTIN hingewiesen. Des einen (Pseudo-) Gewinn war dabei des anderen Nachteil. Nebenbei bemerkt: sehr interessant ist, dass Imran Khan in Pakistan zwei Tage v o r Putin geboren wurde, womit beide in sehr ähnlichen zyklische Konstellationen stecken - und weswegen auch Khan an denselben Arpiltagen eine Zurücksetzung hinnehmen musste. Russland wird diese ganze Geschichte durchstehen und sich wieder fangen, aber seine Lage ist im Augenblick (und für die nächsten Jahre) sehr, sehr viel kritischer als so Jubelpropheten wie Escobar, der Saker, Martyanov usw. (und manche hier auf dem Forum) das einschätzen.
Was nun den Westen (USA/EU) betrifft, so ist es nicht nur mit seinem Einfluß und mit seiner 'Macht' vorbei, sondern es wird bei ihm um die Existenz gehen - für viele Millionen Menschen. Das gilt für Europa wie für die USA selbst, die in eine Art Bürgerkrieg hineinrutschen werden. Bislang noch nicht sichtbar, aber ein wichtiges Momentum dabei: es wird sich ein Widerstand im Westen gegen die 'Regierungslinie' etablieren, zuerst in Europa, dann aber auch in den USA. Dieser Widerstand wurde bei Corona eher zaghaft sichtbar (in meiner Einschätzung ...), war wenig kompetent und politisch nicht wirklich entschlossen und organisiert. Das wird sich aber ändern, und dann haben wir eine deutliche Spaltung auch bei uns. Phänomenologisch gesehen wird das in etwa dem Widerstand im Dritten Reich entsprechen, aber er wird nicht primär im Militär lokalisiert sein und wird von Anfang an offener hervortreten (also nicht nur 'geheim' sein ...). Die Leute, die das anführen werden, werden eine Vision entwickeln - ein anderes, neues Modell der gesellschaftlichen, staatlichen und wirtschaftlichen Organisation in Europa, und zwar für die Zeit 'danach'. Das ist zunächste ein denkerische und geistige Leistung, die erbracht werden muss. Dieses Modell wird die einzige 'Waffe' dieses Widerstandes sein. Denn die Waffen, die man bisher einsetzte (Propaganda und Militär), werden sich irgendwann erschöpfen und komplett sinnlos erscheinen. In dem Kampf bzw. Krieg, der in den nächsten Jahren sowohl zwischen den geopolitischen Blöcken als auch innerhalb den Blöcken sich entwickeln wird, wird es keine Sieger mehr geben - China ausgenommen. Mein Bild sieht so aus, dass etwa ab der Mitte unseres Jahrzehntes Raketen auch Städte in Ost- und Mitteleuropa treffen werden, auch die USA werden nicht verschont bleiben, allerdings wird unklar bleiben, woher genau einige der Raketen kommen werden. Niemand muss mir das abnehmen, es ist mir sogar lieber, wenn man mir nicht glaubt. Derartige Ereignisse (offene militärische Handlungen) werden aber eher nebensächlich sein, denn ich rechne mit viel größeren Schäden und Menschenverlusten durch das zivile Chaos, das bereits im Vorlauf zu diesen Ereignissen der 'Endphase' sich entwickeln wird.
Man weiß hier im Forum, dass ich die internationale und besonders die westliche ELITE ziemlich im Fokus habe. Ich halte diese Leute einerseits für absolute Profis, sehr wach, reaktionsschnell, auf der anderen sind sie strohdumm und mindestens ebenso primitiv wie die Schlafschafe, die sie durch die Weltgeschichte hetzen - die ihnen aber am Ende in Panik ausbrechen werden. Diese Elite ist außerdem bösartig. Natürlich wird diese Elite das oben beschriebene Szenario ohne den geringsten Kratzer überleben. Die werden gar nichts davon bemerken, denn sie haben ihre Rückzugsorte, die in jeder Hinsicht geschützt sind. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass große Teile der gegenwärtigen Eliten beim Neuaufbau nach den selbstgemachten 'Katastrophen' nicht mehr dabei sein werden. Das gilt für die USA wie für Europa, die beide im Zentrum des Geschehens stehen werden. Konkret bedeutet es, dass innerhalb der Eliten (wo sowieso immer Wettbewerb und Machtkampf herrscht) ganz neue Fronten aufbrechen werden. Es können sich dann elitäre Zirkel, die in den letzten Jahrzehnten eher am Rande agierten, wieder in die Mitte vorarbeiten. Ich rechne mit Enteignungen und auch mit 'Sozialisierungen' in großem Umfang.
Über China sind wir uns einig, da ist alles so ziemlich klar. Die Chinesen werden die großen (geopolitischen) Profiteure sein und werden sich so lange wie möglich raushalten. Bevor sie in das Geschehen voll eintreten, werden sie einen Preis verlangen, sowohl von Russland wie von Europa. Und sie werden auch keine Hemmungen haben, darüber auch mit den Amerikanern zu verhandeln.
Noch eine Randbemerkung, die aber nicht unwichtig ist. Aus der Geschichte ist bekannt, dass in Zeiten besonderer gesellschaftlicher Anspannungen sich auch außergewöhnliche Naturereignisse häufen. Hans von Hentig hat mal eine Zusammenstellung versucht (Über den Zusammenhang von kosmischen, biologischen und sozialen Krisen, Stuttgart 1968). Die Ursache dieser Korrelationen liegt in der Phyisk begründet. Bei den Zyklen, mit denen ich arbeite, handelt es sich um (Eigen-) Schwingungen von Kraftfeldern, die große räumliche Erstreckungen haben und sehr durchdringend sind, also gleichermaßen auf der physikalischen, geophysikalischen und meteorologischen Ebene wirken - wie eben auch im biologischen und psychischen Bereich (bei erhöhter Sonnenaktiviät zB. gibt es in der Regel auch sozialen Stress und psychische Ausbrüche, oft auch sehr kreative ...). Wer sich also mit 'Vorbereitungen' beschäftigt, möge bitte auch an diese Dinge denken (Überschwemmungen, Stürme, Trockenheiten, erratische Kälteeinbrüche, Einwirkungen aus dem Weltraum, Erdbeben, Vulkane).
Ich hoffe, diese Bemerkungen waren hilfreich für eine Einschätzung dazu, wie ich arbeite, denke - und was ich erwarte. Wie bereits gesagt, wäre mir lieber, wenn derartige Dinge nicht geschehen würden bzw. wenn man sie umgehen könnte.
Wünsche allen schöne Ostertage!
Weiner