Nachfrage zur Nachfrage
.... es spielen keine Schauspieler mit, richtig?
Das sagt die erste amerikanische Anwältin ganz am Anfang ausdrücklich: wir sind keine Schauspieler! Aber es ist natürlich nur ihre private Aussage ...
Diese aufgeführte Grand-Jury ist aber auch kein anerkanntes Gericht oder?
Hier habe ich die Rückfrage, was Du unter "anerkannt" verstehst. Das ist natürlich nur eine Scheinrückfrage (siehe unten):
Falls es kein anerkanntes Gericht ist, was ist dann ein Urteil wert?
Es ist gar nichts wert, jedoch erhofft sich die Grand-Jury wohl, dass ihre Arbeit so viel öffentliche Aufmerksamkeit erregt und so viele substantielle, gerichtsverwertbare Sachverhalte zusammenträgt, dass am Ende ein "anerkanntes Gericht" sich damit beschäftigt.
Naturrecht kenn ich - es ist immer das Recht des Stärkeren oder des Cleversten.
Genauso ist es! Die Dummen und Starken rauben eine Bank aus. Die cleveren und überzeugend Auftretenden und Vertrauen Erweckenden ... gründen eine Bank und erzählen, geldschöpfend, ihren Kunden, dass ihr Geld bei dieser Bank absolut sicher ist. Bis zum Tag des letzten Pfennigs. Und was machen die absolut Cleveren? Sie gründen einen Staat. Und die super-super-Cleveren? Die steuern die Staaten aus dem Hintergrund (siehe ganz unten).
Der Staat und sein Recht, also auch die Gerichte innerhalb eines Staates, sind nur ein Narrativ, ein Märchen, hinter dem der böse Wolf mit seinen scharfen Reisszähnen grinst.
Gruss
Herzliche Grüsse und beste Wünsche zurück an @NST von Weiner, der hier noch einen kleinen Text zur Staatsphilosophie anhängt (Eigenproduktion ...)
Nach meiner Auffassung ist der Staat eine Erzählung, die von einer gewalttätigen, mindestens aber gewaltbereiten Gruppe von Menschen ausgegeben wird, um anderen Menschen den Willen der Gruppe aufzuzwingen (d.h. die Handlungen anderer Menschen zu steuern). Wenn die Erzählung nicht aufgenommen, verstanden und umgesetzt wird, kann Gewalt nachhelfen. Diese Gewalt kann physisch sein, aber auch psychisch (Angstszenarien aufbauen, Gier anstacheln) oder rein informativ (Lügenpropaganda).
Ein Narrativ ist dann vollkommen, wenn es versichern kann, dass der Wille der kleinen Gruppe identisch ist mit dem Willen der gesamten Population des betreffenden Staates - was die kleine Gruppe will, sei von allen gewollt.
Warum sollte eine kleine Gruppe einer viel größeren Zahl von Menschen ihren Willen aufzwingen wollen? Meist geschieht dies aus relativ simplen Gründen wie etwa Habgier, Ruhmsucht, Herrschsucht. Es können natürlich auch edlere Motive sein, etwa dem Allgemeinwohl aller Menschen dienen - oder gar das Weltklima etc. etc. retten zu wollen. Ob solche vorgegebenen Motivationen edler wären, und ob man immer so genau weiß, worin das Allgemeinwohl besteht und was das beste Klima wäre, darüber gibt es vermutlich verschiedene Ansichten. "Staatskunst" ist es dann, das Narrativ festzulegen und durchzusetzen.
Ein Staat ist am Ende, wenn sein Narrativ nicht mehr akzeptiert wird und er nicht mehr über das Gewaltpotential verfügt, um sein Narrativ durchzusetzen - wofür es wiederum viele verschiedene Gründe geben kann. Es halten sich diejenigen Staaten am längsten, die durch ihre organisatorische Leistungsfähigkeit (!) am besten die Bedürfnisse sowohl der kleinen Gruppe wie auch der gesamten Population in den Wechselfällen der Geschichte und Umwelt dauerhaft befriedigen können, wobei die Reproduktion der Population wie auch der kleinen Gruppe ausdrücklich mit einzuschließen ist.
Es zeichnet sich, bezogen auf dieses Staats-Modell, heute ein Entwicklungsweg ab, der geschichtlich neu und noch nicht ausreichend ins Bewusstsein gehoben, diskutiert und erforscht ist. Die kleine, staatstragende Gruppe kann nämlich von denjenigen Aufgaben, die sie ‚fürs Gemeinwohl‘ durchzuführen hat, einen Teil auslagern (outsourcing) oder als zu erbringende Dienstleistung an eine andere Gruppe vergeben (etwa gegen 'Bezahlung'). Wenn nun solch ein externer Dienstleister mehrere Staaten gleichzeitig bedient, eröffnet sich diesem Dienstleister eine Einflußsphäre, die unter Umständen erheblich groß ist, sich aber der Aufmerksamkeit der Gesamtpopulation eines Staates wie auch vielen Mitgliedern der kleineren Führungsgruppe entzieht. Es wird für die von solchen Entwicklungen betroffenen Staaten besonders gefährlich, wenn sich derartige informellen Machtkonzentrationen in monetativen und/oder in den informativen Sektoren und/oder in der militärischen bzw. geheimdienstlichen Exekutive entwickeln.
Eine Strategie zur Errichtung einer Weltherrschaft, d.h. einer organisatorischen Struktur 'oberhalb' der Staaten kann nur über diesen informellen Weg abgewickelt werden, da die einzelnen Staaten in der Regel stark darauf fixiert sind, ihren Status quo zu erhalten und eher kompetitive Konflikte riskieren, als dass sie miteinander kooperieren würden.
Diese letztere Feststellung gilt übrigens auch für unterste Ebene in einer Gesamtpopulation: wenn die Menschen sich bereits dort kooperativ organisieren könnten, sukzessiv größere Einheiten schaffend, könnte eine auf Narrativen und Gewalt basierende Staatsstruktur ganz oder wenigstens weitgehend vermieden werden. Dann wäre sogar eine weltumfassende kooperative Struktur denkbar, die dann auch die oben genannten informellen Machstrukturen ("global governance") erübrigen würde.