Macht Euch doch nicht völlig verrückt!
Versucht ein wenig Abstand zu gewinnen und die Lage mit etwas Distanz und Verstand zu beurteilen!
Pjotr Iljtsch Tschaikowsky ist auch an einer Seuche gestorben, der in Petersburg grassierenden Cholera.
Seinen, wie spekuliert wird, suizidalen Tod, hat er im vierten Satz seiner 6. Sinfonie vorweggenommen, die Gustav Mahler sehr geschätzt hat.
https://www.digitalconcerthall.com/de/concert/23490#
Kirill Petrenko bekommt von mir einen großen Sympathiepunkt. Er gibt zu, wie viele Russen mit Mozart Probleme zu haben. Bei mir ist das Gegenteil der Fall, aber Ehrlichkeit findet immer meinen Beifall, erst recht, wenn sie von jemandem kommt, der sehr genau weiß, daß seine Vorgesetzen, die Berliner Philharmoniker, auf diese Bemerkung mit Stirnrunzeln reagieren werden.
Amerikanismus, Demokratismus und Liberalkapitalismus haben die Deutschen derart kaputt gemacht, daß sie den Juden nicht einmal mehr charakterlich das Wasser reichen können. Vom Rest rede ich nicht. Für mangelnden Verstand und fehlende Talente kann niemand etwas, aber sehr wohl dafür, daß er sich, nur weil man ihm vorgaukelt, auch er könne den American Dream verwirklichen und vom Tellerwäscher zum Millionär zu werden, zur verhurten Charaktersau macht.
Rbb: Petrenkos Zugriff ist kaltnadelhaft und unsentimental, dabei durchaus schlagkräftig und offensiv. Als gelehriger Schüler des großen Evgeny Mravinsky (des im Grunde einzigen Dirigenten, der Stilbildendes, aber trotzdem meist Ignoriertes zu Tschaikowsky hinterlassen hat) wird Petrenko immer da, wo Tschaikowsky laut und pathetisch wird, umso eisiger und nüchterner. Das ergibt einen grandiosen Spannungs-Effekt, zumal die in impressiver Breite aufgestellten Berliner Philharmoniker in den letzten 30 Jahren kaum je so virtuos geklungen haben; so brillant in den Mittelstimmen und in den sich daraus ergebenden Ein- und Durchblicken ins Innenleben der Partitur.
Energetisch, geballt und hinreißend
Seit Arthur Nikisch hatte sich kein Philharmoniker-Chef sonderlich für Tschaikowsky interessiert. (Karajan dirigierte ihn zwar gern, wählte aber eine ganz eigene, vollfette Interpretationsweise.) So ist diese energetische, geballte und hinreißend binnendifferenzierte Pathétique musikalisch der Auftakt einer neuen Ära, wie man ihn sich vielversprechender und besser nicht hätte vorstellen können. Petrenko selber billigt dem Mitschnitt im Booklet "dokumentarische Bedeutung" zu. Als Momentaufnahme. Nun, von solchen Schnappschüssen können wir mehr vertragen.
https://www.rbb-online.de/rbbkultur/themen/musik/rezensionen/cd/2019/05/Peter-Tschaikow...
Tempranillo
--
*Die Demokratie bildet die spanische Wand, hinter der sie ihre Ausbeutungsmethode verbergen, und in ihr finden sie das beste Verteidigungsmittel gegen eine etwaige Empörung des Volkes*, (Francis Delaisi).