Richtig.
Die Grippe, auch Influenza genannt, ist bekannt, es gibt einen jährlichen Impfstoff und die durchschnittliche Mortalität über Jahre oder Jahrzente beträgt ungefähr 0,1% laut RKI.
Das es da Ausreisser nach oben sowie unten gibt, sowie extreme Ausreisser wie die Grippesaison 17/18 mit amtlich bestätigten 1630 Influenzatoten, sollte nicht überraschen. Alles bekannt, soweit OK.
Bekannt ist auch, zwischen der Infizierung mit Influenza und dem Ausbruch der Krankheit liegen manchmal nur 24 Stunden. Auch deshalb schon ist ein Ausbreiten epidemischen Ausmasses schwierig für das Influenzavirus.
Das Coronavirus verhält sich nicht nur anders beim Ausbreiten durch die unglaublich lange symptomfreie Inkubationszeit, manche sprechen von bis zu 27 Tagen, in der der Virusträger gleichzeitig zum Virusverbreiter wird, dazu liegt erwiesendermassen die Mortalität weit über den 0,1% des Influenzavirus. Manche Kommentatoren liefern den Beweis frei Haus, wie ein @Linder, der 80000 mit dem Influenzavirus Infizierte in dieser Saison den bisher ~150 Influenzatoten zugrunde legt.
Ergibt eine Mortalität von ~0,2%.
Gleichzeitig wird der absolute Wert, also die 80000 Infizierten oder die 150 Toten als Grundlage für wesentlich grössere Gefahr durch das Infuenzavirus herangezogen im Vergleich zur zum harmlosen Schnupfen Corona mit keinen 200 Infizierten und in Deutschland 0 Toten.
Sicherlich, das sieht noch ganz nett aus von der Sterblichkeit, wobei bereits in dieser Statistik schon nicht die Intensivpatienten an der Lungenmaschine hineinfliessen.
Aussagekräftiger sind dagegen Werte aus dem Ausland, wie China, Süd-Korea oder Italien. Ein erster Gesamtüberblick weltweit genügt im Grunde, die in letzter Zeit gehäuft auftauchenden - nicht nur hier im Forum, auch zum Beispiel bei Welt-Online mit vielen "frischen" Accounts zu bewundern - Relatierungen und Verharmlosungen zu widerlegen.
So sind bei ungefähr 90000 bestätigten Infizierten ungefähr 3000 Tote weltweit zu beklagen. Möglicherweise gibt es eine nicht unerhebliche Anzahl an nicht identifizierten Trägern des Virus, aber das gilt genauso für die Anzahl der Toten, denn die gehen mit jedem weiteren Toten über in ein Infragestellen und Nachfragen des Krisenmanagement einher und könnten im Zweifel an der Wirksamkeit und dem Bestreben Menschenleben zu schützen ein Sargnagel für die aktuelle Regierung bedeuten.
Im übrigen ist auch bei der Influenza von einer Dunkelziffer auszugehen, so lag ich selbst einmal in meiner freien Woche mit Fieber völlig flach, und da ich keinen Arzt aufsuchte, ist es in keiner Statistik aufgetaucht.
Aber zurück zur Mortalität des Coronavirus: 90000 Infizierte, 3000 Tote.
Ergibt eine Mortalität von ~3%.
Nimmt man nun die Unbekannte, nämlich die Erfahrung mit diesem neuartigen Virus, wo heute niemand ausschliessen kann das sich in Zukunft Komplikationen wie Organ- oder Lungenschäden einstellen, ob die Gefahr einer zweiten Infektion mit überschiessendem Immunsystem besteht, die lange Inkubationszeit für ein Verbreiten des Virus spricht und die Mortalität in etwa nach heutiger Faktenlage der spanischen Grippe mit bis zu 50 Millionen Toten in nichts nachsteht, dann halte ich Aussagen wie von Einigen getätigt schlicht für Unverschämt und lese daraus eine gewisse Menschenverachtung ab, die leider in der heutigen Karnevals- und Spassgesellschaft weit verbreitet ist.
Vielleicht, auch wenn es momentan nicht danach aussieht in Deutschland und Europa, verläuft die Erkrankungswelle langsamer, so das Kapazitäten nicht an ihr Ende geraten, und vielleicht sterben auch viel weniger als 2-3% an diesem Virus.
Aber lieber dreimal etwas zu vorsichtig gewesen als einmal am rettenden Seil vorbeigegriffen beim Sturz in die Tiefe.