Wirtschaft in China
Guten Tag
Seit einigen Tagen erreichen uns aus Shenzhen und Guangzhou positive Nachrichten. Rund 70% der Fabriken im Bereich CE und Zubehör sind zumindest wieder aktiv (wenn auch teilweise eingeschränkt). Seit gestern erreichen endlich diverse Charter-Züge und -Flugzeuge mit Arbeitern Shenzhen. Dies aus Provinzen, welche bisher abgeriegelt waren.
Ein Einkaufszentrum meldete gestern 3'000 Besucher, vor kurzen seien es noch 200 pro Tag gewesen. Vor der Corona Krise waren es gegen 10'000 Besucher/Tag.
Dies sind alles Zeichen der Entspannung. Shenzhen selbst hatte seit einigen Tagen keinen neuen Corona-Fall. Alle mir verfügbaren Informationen zeigen, dass:
- die Lieferketten grossmehrheitlich halten
- die Wirtschaft nun wieder schneller in Schwung kommt
- der Staat bzw. die Städte mit gezielten Stützmassnahmen zielführend helfen können
- die Menschen vor Ort weiterhin sehr positiv eingestellt sind und ganz klar die Meinung vorherrscht "wir schaffen das"
Das Hauptproblem bleibt weiterhin die Schwierigkeit, die Millionen von Wanderarbeitern in die Städte zu bringen. Hier muss dringend etwas geschehen, sonst dauert es noch Wochen, bis die Fabriken wieder mit 100% laufen.
Alles in allem kann man jetzt schon festhalten, dass die Doom-Szenarien nicht eintreffen werden. Dies auch wegen den sehr niedrigen Letalitätsrate:
- 0-9 Jahre: 0.0% (weltweit noch kein totes Kind unter 9 Jahre!)
- 10-19 Jahre: 0.2%
- 20-29 Jahre: 0.2%
- 30-39 Jahre: 0.2%
- 40-49 Jahre: 0.4%
- 50-59 Jahre: 1.3%
- 60-69 Jahre: 3.6%
- 70-79 Jahre: 8.0%
- 80+: 14.8%
Dies Zahlen sind inklusiv den Erkrankungen in Hubei, wo das Gesundheitssystem vor allem zu Beginn massiv überfordert war und die Menschen teilweise in den Krankenhausgängen verstorben sind.
Ausserhalb Hubeis sind diese Zahlen nochmals einiges tiefer. Zudem werden bei diesen Zahlen nur die positiv Getesteten berücksichtigt. Würde man alle Infizierten (hohe Dunkelziffer) berücksichtigen, wäre die Letalitätsrate noch einiges tiefer.
Fazit: Wie das Bundesamt für Gesundheit in der Schweiz richtig sagt, geht es in den nächsten Wochen - neben dem Eindämmen von Infektionsherden - vor allem darum, die älteren Bevölkerungsteile optimal zu schützen. Junge können, ohne Vorerkrankung, quasi nicht am Virus sterben.
Grüsse
Realist